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27.5.–
1.6.2021

Hybridität & Synästhesie: Unser Trailer 2021

Hybridität & Synästhesie: Unser Trailer 2021

Für den Trailer der 18. Ausgabe von Vienna Shorts lässt Ismaël Joffroy Chandoutis die große Leinwand und den kleinen Screen, animiertes Bild und sequenzierten Ton miteinander verschmelzen. Als Basis für Maschinelle Synästhesie nutzt der französische Regisseur eine Vorlage der sogenannten Black MIDI Community, den Festivalnamen gießt er dabei in eine eigene Tonsequenz.

Chandoutis – dieses Jahr auch Artist-in-Residence des Festivals und mit Maalbeek im internationalen Wettbewerb vertreten – hat für den hybriden Trailer mit Orangepaprika 67 zusammengearbeitet, einem unter diesem Namen firmierenden Mitglied der Community. Dessen Haha-Song-Manipulation generierte knapp acht Millionen Views und ist auch Teil von Chandoutis’ nächstem Film über das Netz als Inspiration für die filmische Avantgarde.

„Black MIDI ist eine Underground-Webkultur, bei der es darum geht, so viele Noten wie möglich zu einer sequenzierten MIDI-Datei hinzuzufügen“, so Chandoutis. MIDI (Musical Instrument Digital Interface) bezeichnet ein Übertragungsprotokoll für Musikdateien. Der „schwarze“ Teil des Namens bezieht sich auf die Art und Weise, wie diese „Songs“ in der klassischen Notation aussehen, wo fast das gesamte Notenblatt schwarz erscheint.

„Die Partituren werden mit Hilfe von MIDI-Playern auf Computern gespielt, da sie von einem Menschen unmöglich ausgeführt werden können“, erläutert der Regisseur. „Die visuelle Seite von Black MIDI ist ebenso hypnotisierend wie die Noten selbst, inspiriert von der Videospiel-Ästhetik aus den 90er-Jahren. Das Ergebnis ist eine synästhetische Erfahrung, bei der dir schwindelig wird.“

Der Trailer entstand mit Unterstützung des Q21 im MuseumsQuartier und wird demnächst auf den Leinwänden der Kinos eures Vertrauens zu sehen sein! Viel Vergnügen, haha!

News13.5.2021