Festivalpreise
FIDO Fiction & Documentary — Internationaler Wettbewerb
Prämierte Filme dieses Wettbewerbs können sich qualifizieren für: Oscars®, Europäischer Filmpreis & BAFTA Filmpreis
Wiener Kurzfilmpreis
Bester Film
Qualifiziert sich für die Academy Awards® – Documentary Short Subject
Preisgeld
€ 5.000
Gestiftet von
Stadt Wien
WebseiteFilm
Kota Emas Golden Island
Arief Budiman
Wir freuen uns, einen Film auszuzeichnen, der den Geist des Wettbewerbs widerspiegelt: In der persönlichen Suche danach, wie Erinnerungen und historische Bedingungen die Komplexität unserer gegenwärtigen Realität prägen und wie wir versuchen, diese zu verstehen. Aufrichtig in seiner Verspieltheit und wahrlich unabhängig im Geiste, unterstreicht der Film die Bedeutung von Kunst in einer Welt, die zunehmend in Schwarz und Weiß gezeichnet wird. Er vermeidet dabei jede Vereinfachung, wenn er uns einen Ort, einen Konflikt und einen historischen Kontext näher bringt.
Zwei Freunde nehmen uns mit auf ihre filmische Reise und teilen ihren Arbeitsprozess auf sehr offene und humorvolle Weise. Indem wir ihnen sowohl in den Dschungel, als auch bei ihren Recherchen am Computer folgen, erfahren wir viel über Papua – ein Land zwischen goldenen Bergen und Instantnudeln.
Der Film deutet die Komplexität des postkolonialen Erbes durch konkrete Bilder einer Politik der Ausbeutung an, die sich in der Natur widerspiegelt. Daneben zeigt er das historische Vermächtnis von Archivaufnahmen, die persönliche Erinnerungen und politische Utopien miteinander verbinden und dabei auch den Prozess des Filmemachens selbst hinterfragen. Für uns ist der Film ein äußerst großzügiges Werk. Er bietet uns einen zärtlichen und pazifistischen Zugang zu Postkolonialismus, militärischem Konflikt und Ausbeutung, erzählt aus der ehrlichen und charmanten Perspektive einer Freundschaft.
Der Wiener Kurzfilmpreis geht an: Golden Island von Arief Budiman

AAC Award
Beste Bildgestaltung
Preisgeld
€ 2.000
Gestiftet von
Verband österreichischer Kameraleute
WebseiteFilm
Pacífico
Daniel Duque
Von den spielerischen Bewegungen von Kindern am Strand bis hin zu den Rhythmen von Geburtsliedern. Wir sehen Belichtungen von Zeit. Wir sehen, wie Zeit freigelegt wird. Verschiedene Schichten verflechten sich und ergeben ein vielseitiges Bild von den Wunden und Narben der Kolonialisierung, ebenso wie von individuellen und kollektiven Erfahrungen in den Gewässern vor der kolumbianischen Pazifikküste. Mit einem beeindruckenden experimentellen visuellen Ansatz geht der Film über konventionelle Bildsprache hinaus und schafft einen tranceartigen Fluss aus mentalen und physisch greifbaren Bildern, in denen Zeitebenen und Gegenbilder aufblitzen. Der Preis für die beste Kamera geht an Mauricio Reyes für seine Arbeit an Pacífico von Daniel Duque.

Lobende Erwähnung
Künstlerische Errungenschaft
Film
TRACE
Alexandra Pavlovskaya-Lokchine
Durch seine schwerelose Atmosphäre und eindringliche Bildsprache vermittelt der Film ein tiefes Gefühl von Verlust. Zwischen anonymen Innenräumen, zugleich vertrauten und entfremdeten Landschaften sowie fernen Horizonten entfaltet er eine fragmentierte Erfahrung von Raum, ruft eine eingefrorene Zeitlichkeit hervor und verleiht dem Schmerz der Trennung von der Heimat eine visuelle Form.
Für seine feinsinnige filmische Sprache und seine eindrucksvolle Auseinandersetzung mit Erinnerung und Exil geht die Lobende Erwähnung an TRACE von Alexandra Pavlovskaya-Lokchine.

Publikumspreis
Beliebtester Film
Film
Abortion Party
Julia Mellen

AA Animation Avantgarde — Internationaler Wettbewerb
Prämierte Filme dieses Wettbewerbs können sich qualifizieren für: Oscars®, Europäischer Filmpreis & BAFTA Filmpreis
ASIFA Austria Award
Bester Film
Qualifiziert sich für die Academy Awards® – Animated Short Film
Preisgeld
€ 2.500
Gestiftet von
ASIFA Austria
WebseiteFilm
toward a fundamental theory of physics
Victor Van Rossem
Wir leben in einer Zeit, in der echte Avantgarde vielleicht bedeutet, zu fundamentaler Theorie zurückzukehren: zur Physik des Jetzt. Durch seine konsequente und lyrische Rückbesinnung auf die Grundlagen des Kinos – Licht, Zeit, Raum und Zelluloid – verwandelt dieser Film das Experimentieren in eine hypnotische Choreografie und Meditation über Wahrnehmung selbst. Durch das Malen mit Licht und perfekt ergänztem Ton wird der Augenblick zur Bewegung ausgedehnt: eine erweiterte Realität, die durch das Erscheinen des Filmemachers kurz und leuchtend unterbrochen wird. Dadurch kehrt der Film zu sich selbst zurück und wird zu einer Reflexion über die Grundlagen des Kinos. Es ist der Jury eine große Ehre, den ASIFA Austria Award für den besten Film an toward a fundamental theory of physics von Victor Van Rossem zu verleihen.

Preis der Jury
Besondere künstlerische Leistung
Preisgeld
1 Monat in Wien mit € 1.300 Artist-in-Residence Stipendium
Gestiftet von
MuseumsQuartier Wien
WebseiteFilm
不满意,重做 Not Satisfied, Redo
Shui Yuan (Water)
Dieser Film ist zugleich witzig und brutal, ein scharfsinniger Kommentar zu unserer gamifizierten Gegenwart. Der Film nutzt die visuelle Sprache und Verhaltensmuster des alltäglichen digitalen Lebens, um auf spielerische Weise aufzudecken, wie das Internet Wahrnehmung, Begehren und Aufmerksamkeit selbst strukturiert hat. Mit Witz und Präzision verwandelt er die Suche nach einem Burger in eine Beobachtung der Mechanismen endloser Optimierung, die sich zugleich absurd und seltsam vertraut anfühlt. Für seinen Humor und dafür, dass er den Bildschirm weit aufbricht, ist es der Jury eine Ehre, den Preis der Jury für eine besondere künstlerische Leistung an Not Satisfied, Redo von Shui Yuan (Water) zu verleihen

Lobende Erwähnung
Künstlerische Errungenschaft
Film
Dieu est timide God is shy
Jocelyn Charles
Dieser Film ist eine existentialistische Reise durch archetypische Träume, verwobene Realitäten und eine faustische Suche nach dem allumfassenden Wissen. Er ist in seiner Erzählweise so präzise konstruiert, dass er eine ununterbrochene Anziehungskraft ausübt und wir immer tiefer in seine vielschichtigen Erzählstränge hineingezogen werden – genau wie seine Figuren, getrieben von ihren unerbittlichen Sehnsüchten. Realität und Fantasie, das Vertraute und das Unheimliche verschmelzen auf brillante Weise miteinander und schaffen vielschichtige Interpretationsmöglichkeiten. Die Jury hielt es für notwendig, diesen Film zu würdigen. Es ist uns eine Freude, die Lobende Erwähnung für Künstlerische Errungenschaft an Dieu est timide (God is shy) von Jocelyn Charles zu vergeben.

Publikumspreis
Beliebtester Film
Film
Dieu est timide God is shy
Jocelyn Charles

ÖW Österreich Wettbewerb
Prämierte Filme dieses Wettbewerbs können sich qualifizieren für: Oscars®, Europäischer Filmpreis & Österreichischer Filmpreis
Österreichischer Kurzfilmpreis
Bester Film
Qualifiziert sich für die Academy Awards® – Live Action Short Film und die European Film Awards
Preisgeld
€ 4.000 + € 2.000 Postproduktionsgutschein
Gestiftet von
Film
Bleifrei 95 Unleaded 95
Tina Emy Muffler, Emma Hütt
Der Preis geht an einen Film, der eine intensive Geschichte über Individuen und eine Gemeinschaft erzählt. Seine Erzählweise versetzt uns gleichzeitig in einen Zustand der Emanzipation und der Angst. Seine anarchisch feministische Haltung überbringt ein kraftvolles politisches Statement, ohne dabei jemals das Interesse an den persönlichen Eigenheiten der Hauptfiguren zu verlieren. Der Österreichische Kurzfilmpreis für den Besten Film geht an Bleifrei 95 von Emma Hütt und Tina Emy Muffler.

Preis der Jury
Beste:r Newcomer:in
Preisgeld
€ 2.000 + € 1.000 Postproduktionsgutschein
Gestiftet von
Film
this, too, will be liquid
Karolina Malwina Gruschka
Dieser Film ist ein zärtlich komponierter Weckruf an uns alle, der sich auf einem schmalen Grat zwischen kaskadenartiger, pixeliger Abstraktion und erschütternd harten Fakten bewegt. Eine ruhige Erzählstimme beginnt behutsam von einer angstvollen Kindheitserfahrung mit Wasser und beschreibt, wie „das Wasser dein Gewicht kennt“ und wie „die Mechanismen, die mich vor dem Ertrinken bewahren, fragil sind“, bevor sie sich den verheerenden Statistiken zu schmelzenden und abbrechenden Gletschern zuwendet. Die Erzählung nimmt schließlich die Stimme des Wassers an, das alle bedrohten Lebewesen unseres Planeten miteinander verbindet. Der Jurypreis für den Besten Nachwuchsfilm geht an this, too, will be liquid von Karolina Malwina Gruschka.

Lobende Erwähnung
Künstlerische Errungenschaft
Film
Found&Lost
Reza Rasouli
Die Lobende Erwähnung geht an einen Film, der eine scheinbar einfache Geschichte darüber erzählt, wie gute Absichten Missverständnisse auslösen können. Währenddessen gefährdet der Wunsch der Hauptfigur, das Richtige zu tun, letztlich sowohl ihre Arbeit als auch ihre Integrität. Hinter seiner zurückhaltenden Erzählweise entfaltet der Film eine bemerkenswert emotionale Tiefe und vielschichtige Dramaturgie und schafft so ein Werk, das zugleich zärtlich und berührend ist. Die Lobende Erwähnung geht an Found&Lost von Reza Rasouli.

ORF Wissen Publikumspreis
Beliebtester Dokumentarfilm
Preisgeld
€ 2.500
Gestiftet von
ORF Wissen
Film
All Buildings Are Beautiful
Christoph Schwarz

MUVI Österreichischer Musikvideopreis
Prämierte Filme dieses Wettbewerbs können sich qualifizieren für: Österreichischer Filmpreis
Österreichischer Musikvideopreis
Bestes Musikvideo
Qualifiziert sich für den Österreichischen Filmpreis und den Europäischen Musikvideowettbewerb beim Oulu Music Video Festival
Preisgeld
€ 2.500
Gestiftet von
FIMU
WebseiteFilm
BUBBLEGUM – DACID GO8LIN
Fjodor Carl Kelling, Ioan Gavriel
Dieses Video fühlte sich an wie eine echte Ohrfeige – aber auf die beste Weise. Es stach durch seine disruptive, humorvolle und zugleich intensive Energie hervor. Wir waren beeindruckt von seiner ausgefeilten Dramaturgie, seinem hohen Produktionsniveau und seiner wichtigen Botschaft zur Stärkung weiblicher, queerer und BIPoC-Identitäten. Der Gewinner des diesjährigen Austrian Music Video Award ist BUBBLEGUM – DACID GO8LIN von Fjodor Carl Kelling und Ioan Gavriel.

Lobende Erwähnung
Künstlerische Errungenschaft
Film
INSIDE – AYGYUL
Sabrina Norte
Wir schätzen dieses Video sehr dafür, dass es uns in seinen Zeitfluss hineingezogen hat. Die Darstellung queerer Liebe und die gesamte Produktion sind uns besonders in Erinnerung geblieben. Danach wollten wir mehr sehen. Die Lobende Erwähnung geht an INSIDE – AYGYUL von Sabrina Norte.

Publikumspreis
Beliebtestes Musikvideo
Film
CHINGONA – Tamara Flores
Rupert Höller

Spotlight Preise
Social Responsibility Award
Herausragender Film im Zeichen sozialer Verantwortung
Preisgeld
€ 2.000
Gestiftet von
AK Wien
WebseiteFilm
Found&Lost
Reza Rasouli
Der Protagonist des prämierten Films will immer das Richtige tun – und scheitert doch, weil er sich nicht an die Regeln hält. Tamim ist ein syrischer Familienvater, der mit Frau und Tochter in Wien lebt. Er arbeitet in der Nacht als Toilettenmann in einem Wiener Nachtclub und kommt erst in der Früh von der Arbeit nach Hause. Wenn im eigenen Wohnhaus im Stiegenhaus der Strom ausfällt, tauscht er selber die Sicherung aus – nicht, ohne von der österreichischen Nachbarin gerügt zu werden. Als ein Besucher des Nachtclubs seine Geldbörse auf der Toilette vergisst, will Tamim sie ihm persönlich zurückbringen, nur um dann bezichtigt zu werden, sie gestohlen zu haben. Eigeninitiative wird sanktioniert, am Ende scheint der Protagonist zu resignieren.
Eine mitreißend gespielte Geschichte über Migration, Integration, prekäre Arbeit und ungeschriebene Verhaltensregeln im sozialen Zusammenleben, um Anerkennung und Aufnahme in der (neuen) Gesellschaft zu finden. Nicht nur die Geschichte und die schauspielerische Leistung, auch Kamera, Schnitt und Musik überzeugten die Jury in besonderem Maße.
Der Social Responsibility Award der Arbeiterkammer Wien geht an Found&Lost von Reza Rasouli

Bestes Sound Design
Außergewöhnliche Tongestaltung in einem österreichischen Film für Ramin Abusedgh
Preisgeld
€ 2.000 Postproduktionsgutschein
Gestiftet von
Blautöne
WebseiteFilm
Found&Lost
Reza Rasouli
Ein vielschichtiger Film mit einer komplexen Herausforderung in der Tonspur. Die Tonebene wie auch das Drehbuch: Sensibel und feinfühlig inszeniert auf technischer Ebene, aufgenommen, editiert, gestaltet und gemischt. Das Sound Design und die Musik bringen die Geschichte einfühlsahm für die Rezipient:innen auf die emotionale Ebene unseres Hauptcharakters. Emotional, dynamisch, tragisch, mitfühlend, facettenreich und tragisch Tiefgründig. Der Preis für Bestes Sounddesign geht an: Ramin Abusedgh, Sound Designer von Found&Lost von Reza Rasouli

Preis der Jugendjury
Bester Film
Preisgeld
€ 500 + € 1.000 Postproduktionsgutschein
Gestiftet von
Film
All Buildings Are Beautiful
Christoph Schwarz
Wir haben einen Film ausgesucht, der uns als Jugendliche thematisch erreicht hat. Wir hätten uns ohne den Film nicht mit der Protagonistin befasst. Der Regisseur verpackt ein für uns zuerst banal wirkendendes Thema humorvoll und erregt damit innerhalb der ersten Minuten unsere Aufmerksamkeit.
Neben der perspektivenreichen Kameraführung führt uns der Film mit einem Voice Over durch ein Gebäude. Für uns lebt der Film einen Aktivismus — auf eine sehr ruhige Art -, der von unheimlichen, elektronischen Klängen begleitet wird. Der Film hat unsere Wahrnehmung für das Thema Nachhaltigkeit und politische Entscheidungen gefördert. Aber in einer Art und Weise, die uns unterhalten hat: z.B. mit temporeicher Ausführung, dynamischer Beleuchtung, Zooms und Editing. Unser Preis der Jugendjury geht an: All Buildings Are Beautiful von Christoph Schwarz.

Lobende Erwähnung
Künstlerische Errungenschaft
Gestiftet von
Film
Out of Sync
Adam Baroud
Lobend hervorheben möchten wir Out of Sync von Adam Baroud für die realistische Darstellung, die Storyline und vor allem das herausragende Schauspiel von Zita Geier.
