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28.5.–
2.6.2020

Por­trät

Eine eige­ne Hand­schrift, ein auf­fäl­li­ger Gestal­tungs­wil­le,
his­to­ri­sche Errun­gen­schaf­ten oder völ­lig neue Blick­win­kel: Mit einem
Por­trät wür­di­gen wir wich­ti­ge Vertreter*innen der (Kurz-)Filmwelt. In
die­sem Jahr freu­en wir uns über Per­so­na­len zu Jean-Gabri­el Péri­ot (FR), Michae­la Pav­lá­to­vá (CZ) & Tho­mas Renold­ner (AT).

Der fran­zö­si­sche Fil­me­ma­cher Jean-Gabri­el Péri­ot (*1974) ist in den ver­gan­ge­nen Deka­den als eines der außer­ge­wöhn­lichs­ten Talen­te des Found-Foo­ta­ge-Kinos auf­ge­fal­len. Une jeu­nesse alle­man­de (Eine deut­sche Jugend, 2015), sei­ne abend­fül­len­de und erstaun­li­che Chro­nik der RAF-Geschich­te aus­schließ­lich aus Archiv­ma­te­ri­al, mach­te den Regis­seur auf einen Schlag auch einem grö­ße­ren Publi­kum bekannt. Kaum jemand schafft es so wie Péri­ot, der unser Fes­ti­val bereits seit der ers­ten Aus­ga­be beglei­tet, in sei­ner Arbeit radi­ka­len Wider­stands­geist und poli­ti­sche Aus­drucks­kraft mit künst­le­ri­schem Anspruch zu ver­bin­den. Wir freu­en uns daher sehr, sein hin­rei­ßen­des Kurz­film­schaf­fen in zwei Pro­gram­men vorzustellen.

Die tsche­chi­sche Ani­ma­ti­ons­fil­me­rin Michae­la Pav­lá­to­vá (*1961) ist eine viel­sei­ti­ge Künst­le­rin: Illus­tra­to­rin, Autorin von Kin­der­bü­chern und Kurz­ge­schich­ten sowie Regis­seu­rin für ani­mier­te Kurz­fil­me, die bereits u.a. mit einer Oscar-Nomi­nie­rung, einem Cris­tal d’Annecy, einem Gol­de­nen Bären sowie dem Gro­ßen Preis des Hiro­shi­ma Inter­na­tio­nal Ani­ma­ti­on Fes­ti­val aus­ge­zeich­net wur­den. Seit 2015 sitzt die Künst­le­rin, die in der Sze­ne nicht zuletzt für ihren spon­ta­nen und aus­drucks­star­ken Zei­chen­stil bekannt ist und aktu­ell ihr ers­ten ani­mier­ten Lang­film vor­be­rei­tet, im Vor­stand des Insti­tuts für Ani­ma­ti­on an der Pra­ger Film­hoch­schu­le FAMU – und die­ses Jahr bei unse­rem Fes­ti­val auch in der Jury für den inter­na­tio­na­len Wett­be­werb Ani­ma­ti­on Avantgarde.

Der öster­rei­chi­sche Künst­ler Tho­mas Renold­ner (*1960) hat sich – seit sei­nem auto­di­dakt begon­ne­nen Früh­werk – in den Berei­chen Expe­ri­men­tal­film, Ani­ma­ti­on und Per­for­mance als lei­den­schaft­li­cher Bekämp­fer des Kli­schees und stets neu­­gie­­rig-pro­­­vo­­kan­­ter, humor­vol­ler Geist einen Namen gemacht. Renold­ner unter­rich­tet an der Aka­de­mie der bil­den­den Küns­te Ani­ma­ti­on, tritt als Pro­du­zent in Erschei­nung, ist im Ani­ma­ti­ons­film­ver­band ASI­FA Aus­tria aktiv und macht sich umtrie­big als Kura­tor und Fes­ti­val­ver­an­stal­ter (2 Days Ani­ma­ti­on Fes­ti­val) für den hei­mi­schen Ani­ma­ti­ons­film stark. 2009 hat er die Schie­ne Ani­ma­ti­on Avant­gar­de beim Fes­ti­val initi­iert, und elf Jah­re spä­ter konn­te der Erfolgs­lauf sei­nes Films Dont Know What nur von einem Virus gestoppt wer­den. Kurz­fris­tig – denn nun gibt’s eine Werk­schau zum 60er. Gra­tu­la­ti­on! (de)

Die Per­so­na­le zu Jean-Gabri­el Péri­ot wur­de gemein­sam mit dem Öster­rei­chi­schen Film­mu­se­um kon­zi­piert und von Chris­toph Huber kura­tiert, das ÖFM ist jedoch nicht an der digi­ta­len Vor­füh­rung der Fil­me betei­ligt. Die gemein­sa­me Prä­sen­ta­ti­on im Film­mu­se­um ist nun für den 22. Okto­ber 2020 angesetzt.

Das Pro­fil zu Michae­la Pav­lá­to­vá ist Teil der Film­mu­se­ums-Retro­spek­ti­ve zur Geschich­te des tsche­chi­schen und slo­wa­ki­schen Ani­ma­ti­ons­film und wur­de von der Film­his­to­ri­ke­rin Michae­la Mer­to­vá kura­tiert. Das Pro­gramm war in Koope­ra­ti­on mit dem Fes­ti­val vor­ge­se­hen und wird nun als ein­zi­ger Teil der Retro­spek­ti­ve vor der Wie­der­auf­nah­me im Herbst zugäng­lich gemacht.