© Egg (Martina Scarpelli)

VIS 2019 – Zwei Regisseurinnen triumphieren zum Abschluss

Nicole Foelsterl gewinnt im Österreich-Wettbewerb, ist beste Regisseurin des Festivals & qualifiziert sich für die Oscars – Italienerin Martina Scarpelli überzeugt Jury von Animation Avantgarde und das Publikum

Die 16. Ausgabe des internationalen Kurzfilmfestivals VIS Vienna Shorts geriet zum Triumph für zwei Regisseurinnen, die jeweils gleich mehrfach ausgezeichnet wurden. Die österreichische Filmemacherin Nicole Foelsterl hat mit ihrem sehr persönlichen Dokumentarfilm “Eigentlich Vergangen” den Hauptpreis im österreichischen Wettbewerb gewonnen sowie den Elfi Dassanowsky Preis für die beste Regisseurin des Festivals. Der Film qualifizierte sich zudem sowohl für den Österreichischen Filmpreis als auch für die Oscars und lag auch beim Publikumsvoting im Vorderfeld.

Der Italienerin Martina Scarpelli gelang ein ähnliches Kunststück: Sie überzeugte die Jury im internationalen Wettbewerb “Animation Avantgarde” (für Animations- und Experimentalfilme) mit ihrer in Frankreich und Dänemark produzierten Schwarzweiß-Animation “Egg” und wurde nicht nur ins Oscar-Rennen geschickt, sondern auch in jenes um den Europäischen Filmpreis. Zudem erhielt sie die höchste Punkteanzahl beim Zuschauervoting und gewann damit den VIS Publikumspreis 2019.

Weiterer Hauptpreis nach Vietnam – Musikvideopreis für Soap&Skin-Video

Den Hauptpreis im zweiten internationalen Wettbewerb für Kurzspielfilme und Kurzdokus (Fiction & Documentary) gewann das stilisierte Drama “Blessed Land” des vietnamesischen Regisseurs Pham Ngoc Lân. Die Preise der Jury, jeweils verbunden mit Residencies in Wien, gingen in den zwei internationalen Wettbewerben an “Black Bus Stop” von Kevin Jerome Everson und Claudrena N. Harold (US) und an “Splash” des chinesischen Animationsfilmers Shen Jie, der Preis der Jury im nationalen Wettbewerb an den Film “Nuit” der Newcomer Grzegorz Kielawski und Alexander Bayer.

Mit dem Österreichischen Musikvideopreis wurden Anja Plaschg und Ioan Gavriel für ihr Video “Italy & (This Is) Water” von Soap&Skin ausgezeichnet. Lobende Erwähnungen erhielten Rupert Höllers Musikvideo “Wannabe” für Leyya (Musikvideo-Wettbewerb), das Pflegedrama “Hörmanns” von Siegmund Skalar (Österreich-Wettbewerb) sowie das dokumentarische Roadmovie “Back to Wonderland” von Alice Fargier (FR) und die Animation “Slug Life” von Sophie Koko Gate (UK). 

Vimeo Staff Pick Award nach Schottland – Viel Liebe für österreichische Komödien

Den erstmals vergebenen Vimeo Staff Pick Award, vergeben von den KuratorInnen der US-Online-Plattform, erhielt der schottische Animationskünstler Ross Hogg für sein humorvolles 16mm-Experiment “4:3”. Den Preis der Jugendjury durfte der Österreicher Bernhard Wenger für seine One-Shot-Komödie “Guy proposes to his girlfriend on a mountain” entgegennehmen, der ORF.at-Publikumspreis ging an Alexander Gratzers großartige Animation “Apfelmus”. Bereits am Freitag erhielt die Norwegerin Anna Mantzaris den “Prix Très chic pour le film le plus extraordinaire”.

VIS Vienna Shorts zeigte in seiner 16. Ausgabe an sechs Spieltagen 305 Filme aus 55 Ländern. Am Sonntag ging der Kurzfilmreigen mit den Publikumslieblingen und den von den Jurys prämierten Filmen zu Ende. Insgesamt wurden Preisgelder in der Höhe von über 20.000 Euro sowie Qualifikationen für die Oscars, den Österreichischen Filmpreis und – erstmals – für den Europäischen Filmpreis vergeben.

Hier finden Sie die Jury-Statements, hier die Filmstills der Gewinner-Filme zum Download.