VIS wird heuer „radikal“ – 14 Nominierungen für Musikvideopreis

VIS Vienna Independent Shorts feiert seine elfte Ausgabe von 23. bis 29. Mai 2014 und freut sich, noch vor der Programmpräsentation Anfang Mai erste Highlights bekanntgeben zu können. In diesem Jahr begibt sich Österreichs größtes Kurzfilmfestival auf die Suche nach dem „Radikalen“: In mehreren Programmen, u.a. mit neuen Partnerfestivals aus Bristol und Riga, widmet sich VIS dem wagemutigen, polarisierenden und politischen Kino der Außenseiter – und das im für viele Beobachter „unradikalsten Zeitalter der Filmgeschichte“, in dem selbst das Nicht-Mainstream-Kino stromlinienförmig daherkommt.

Die diesjährige Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum würdigt zu dessen 50. Jahrestag den Kurzfilm-Pionier Peter Konlechner und untersucht in kuratierten Programmen von Medienkünstler Robert Seidel das künstlerische Potenzial des Digitalen, während die neue Kooperation mit den Wiener Festwochen mehr als nur die gemeinsame Bespielung des Stadtkinos im Künstlerhaus darstellt. Die Zeit bis zum Festival wird mit wöchentlichen Kurzfilmen auf „Zeit Online“ sowie mit einem Gastauftritt des VIS-Publikumshits „PopPorn“ im Votivkino versüßt. Zudem wurden Donnerstagabend die 14 Nominierten für den Österreichischen Musikvideopreis bekanntgegeben – inklusive eines Live-Auftritts von Velojet!

Kreisky, Bilderbuch und Ja, Panik auf Shortlist für Musikvideopreis – Velojet spielt live
Am 26. Mai wird im Rahmen der Screensessions zum zweiten Mal der Österreichische Musikvideopreis vergeben – gestern wurden dafür zum Auftakt des Musikfilmfestivals Poolinale, das die Auszeichnung im Vorjahr gemeinsam mit VIS und mica – music austria ins Leben gerufen hat, im Wiener Porgy&Bess die 14 Nominierten bekanntgegeben. Auf der Shortlist, die aus mehr als 100 Einreichungen ermittelt wurde, befinden sich mit Bands wie Kreisky, Bilderbuch, Naked Lunch, Velojet oder Ja, Panik einige der populärsten Acts des Landes, aber auch Newcomer wie Austrian Apparel, Konea Ra, Left Boy und Fijuka.

Für das Konzept der Screensessions, also das Zusammenspiel von Musikvideo-Präsentation und Live-Auftritten, steht mit der Band Velojet auch bereits ein populärer Live-Act fest. Weitere Details werden im Laufe der kommenden Wochen bekanntgegeben, die Liste der Nominierten ist hier zu finden.

Ein Festivalschwerpunkt als Statement: „RADICAL“
Der Kurzfilm ist meist deutlich radikaler als das, was wir in Kinos normalerweise zu sehen bekommen. Heute definieren wir „radikal“ nicht mehr zwingend als das „Kino der Empörung“ wie früher in den USA oder als experimentelle Gegenkultur wie zur Blütezeit der österreichischen Avantgarde, sondern eher mit dem Vermögen zu provozieren, zu polarisieren oder ästhetische, moralische, gesellschaftliche Fragen mit neuartigen und persönlichen Ansätzen zu verfolgen. Das radikale Kino ist heute direkt, brisant, politisch, ästhetisch und inhaltlich wagemutig, manchmal wuchtig, manchmal subkutan.

Das Konzept des Dreiecksprogramms aus dem Vorjahr wird auch mit „Radical“ wieder aufgenommen: Während sich das Encounters Short Film and Animation Festival aus Bristol (UK) der politischen Radikalisierung auf filmischer Ebene annimmt, widmet sich das Riga International Short Film Festival im Rahmen des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2014 einem geglückten TV-Experiment der frühen 1990er Jahre. VIS wiederum spürt auf ästhetischer Ebene der Idee eines subkutanen, also sich unter die Haut schleichenden Kinos nach. Alle drei Programme feiern in Wien Premiere und werden im Anschluss auch in Bristol und in Riga zu sehen sein.

Konlechner und Seidel: Spotlights im Österreichischen Filmmuseum
Wir freuen uns über gleich zwei Spezialschienen mit dem Österreichischen Filmmuseum im 50. Jahr von dessen Bestehen. VIS nutzt die Gelegenheit, um Filmmuseums-Mitbegründer Peter Konlechner Tribut zu zollen: Die zwei von Christoph Huber kuratierten Programme versuchen, den großen Reichtum und die außerordentliche Qualität der 1962 erstmals von Konlechner in Wien veranstalteten Internationalen Kurzfilmwoche zu verdichten – von Avantgarde zu Animation, von Altersweisheit zu Anarchie. Die Programme werden am 28. Mai im Filmmuseum gezeigt und stellen auch den Abschluss von Konlechners Carte Blanche zum 50. Geburtstag der Kinemathek dar.

Das zweite Spotlight ist keiner Person, sondern dem Potenzial der digitalen Videokunst gewidmet: Der deutsche Medienkünstler Robert Seidel (bereits 2012 Artist in Residence bei VIS) vereint in zwei Filmprogrammen unter dem Titel „Penetrating Surfaces“  internationale Künstler und Künstlerinnen aus der Video- und Medienkunst, die sich digitalen Arbeitsmitteln ästhetisch-konzeptionell nähern und versuchen, über die reine Software hinaus hinter die scheinbar undurchdringlichen digitalen Fassaden zu blicken.

„Kreative Wohngemeinschaft“ mit den Wiener Festwochen
Erstmals kooperiert VIS räumlich und inhaltlich mit den Wiener Festwochen. Nach der feierlichen VIS-Eröffnung im Wiener Gartenbaukino am 23. Mai wird das Künstlerhaus gemeinsam als Treffpunkt für KünstlerInnen, Publikum und alle Interessierten im von Gabu Heindl gestalteten und von Ludwig & Adele bewirteten Kino-Foyer genutzt. Zusätzlich zu einer zusammen veranstalteten Fête brut in der benachbarten Bar des brut Wien am Festivalsamstag (24.5.) wird eine der wöchentlichen Film-Matineen der Festwochen am Sonntag (25.5.) um 11 Uhr im Stadtkino im Künstlerhaus mit von VIS ausgesuchten KünstlerInnen bestritten.

Countdown zum Festival mit feschen Pornos und frischen Produktionen
Nach den Katzenvideos im Jänner und dem ersten Wiener Filmprogramm zum Internationalen Kurzfilmtag bringt VIS auch den Publikumshit von 2013, PopPorn, am 24. April (22 Uhr) ins Wiener Votivkino: PopPorn Reloaded vermischt lustvolle, explizite Festivalhighlights mit heißen Neuentdeckungen und verspricht rhythmische Bewegungen zu stimulierender Musik, dazu viel nackte Haut, Ice Cream – und einen Dildoman.

Parallel wird auch bereits fleißig an neuen Produktionen für das Festival gearbeitet. Die fünf Gewinner des gemeinsam mit Wien Energie veranstalteten Treatment-Wettbewerbs Night of the Light sind Michael Rittmansberger, Nikolaus Meixner, Barbara Schärf, Lena Weiss sowie das Duo Johannes Gierlinger und Jan Zischka. Sie verfilmen derzeit ihre mit jeweils 3.000 Euro Produktionsbudget belohnten Konzepte zum Thema Hochspannung. Die fertigen fünf Filme feiern dann am 26. Mai im Rahmen der Night of the Light im Stadtkino im Künstlerhaus Premiere, zwei davon werden prämiert!

Einstimmung auf VIS 2014 ist unterdessen auch am kleinen Bildschirm möglich: Im Rahmen einer neuen Online-Kooperation sind VIS-Filme ab sofort wöchentlich wechselnd bis Festivalbeginn auf ZEIT ONLINE zu sehen, darunter etwa demnächst der kultige „Arnautovic Song“ von Kurt Razelli oder VIS-Publikumshit „Die Leiden des Herrn Karpf: Morbus Bechterew“ von Lola Randl.

28.03.2014

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