I Had Too Much To Dream Last Night Fiction & Documentary 4

  • , Stadtkino im Künstlerhaus 90 min Ticket

Eine Reise um die Welt – eine Welt geprägt von Ritualen und religiösen Strukturen, von Gewalt und autoritären Verhältnissen, von Konfrontation und Eskapismus. Die sechs Filme in I Had Too Much To Dream Last Night hinterfragen, beobachten und kritisieren, teils sehr direkt (wie bei Maryam Tafakory oder Sandra Heremans), teils eher spielerisch (wie bei Juanita Onzaga, Jian Luo oder Luisina Anderson). Acid Rain löst schließlich die Grenzen zwischen Ritual, Gewalt, Konfrontation und Eskapismus ganz auf: mehr ein Trip um die Welt. (de/mm)

The Astronaut (VIS Trailer 2019)

AT 2019 01 min Welt-Premiere Regie Anna Vasof

Ganz alleine, vor einer hohen Mauer, steht ein Astronaut oder eine Astronautin im Raumanzug. Bereit für den sofortigen Start, bereit abzuheben, um über die Mauer – oder weit darüber hinaus – zu gelangen. Zukunft wird schließlich aus Mut gemacht! Die Zündschnur wird in Brand gesetzt, auf der Tonebene läutet das Geräusch eines langen Fallens gleichsam den Countdown ein. Der Start steht unmittelbar bevor – doch der Körper ist träge und nur der Geist ist frei. (de)

The Astronaut (VIS Trailer 2019)

Nuestro Canto A La Guerra

Our Song to War

BE 2018 14 min Österreich-Premiere Regie Juanita Onzaga

Das kolumbianische Bojaya ist noch immer vom Krieg gezeichnet. Während sich am Friedhof die Überlebenden vor namenlosen Gräbern in der Annahme versammeln, dass es vielleicht ihre Angehörigen sind, wird im Dorf das mystische Todesritual „Novenario“ gefeiert. Es soll Menschen und Geistern ermöglichen miteinander zu sprechen. Juanita Onzaga hebt mit ihrer außergewöhnlichen Bild- und Tonsprache die Grenzen zwischen Realität und Fantasie auf. (mm)

In Anwesenheit von: Juanita Onzaga

Drehbuch Juanita Onzaga Produktion Juanita Onzaga, Sofie Despeer, Jan Stevens Schnitt Juanita Onzaga Kamera Juanita Onzaga Ton Jeremy Bocquet

Nuestro Canto A La Guerra

Quedarse en casa

At home

AR 2019 11 min Internationale Premiere Regie Luisina Anderson

Während im Fernsehen über den Mord an einer jungen Frau berichtet wird, kämpfen Camilla und ihre Freundin gegen Langeweile an. Zum Glück wird das Haus gerade renoviert und bietet sich optimal an, um neue Choreographien auszuprobieren. Aber als der Tag fortschreitet, steigt die Unruhe bei den Mädchen, denn eigentlich sind sie nicht alleine im Haus. Und die anfangs noch beiläufige Berichterstattung im Fernsehen nimmt plötzlich immer mehr Raum ein. (mm)

In Anwesenheit von: Luisiana Anderson

Produktion Marianela Siccardi Schnitt Alejandro Magneres DarstellerInnen/Mitwirkende Candela Capute, Camilla Sanchez, Lucía Palavecino Ton Ramiro Díaz Agüero

Quedarse en casa

La Mazda jaune et Sa Sainteté

The Yellow Mazda and His Holiness

BE 2018 10 min 31 sec Österreich-Premiere Regie Sandra Heremans

Es ist eine ungewöhliche Geschichte, die Sandra Heremans in ihrem Debüt erzählt und reflektiert – die Geschichte eines katholischen Missionars, der sich in Ruanda in eine muslimische junge Frau verliebt und mit ihr eine Familie gründet. Das essayistische Porträt handelt von ihren eigenen Eltern und ist mit Briefen, Fotos und Archivaufnahmen ebenso unterfüttert wie mit ihren eigenen Gedanken, die sie in Form von Textpassagen und Kommentaren bündelt. (mm)

In Anwesenheit von: Sandra Heremans

Produktion Sandra Heremans Schnitt Sandra Heremans, Sebastian Demeffe Kamera Sandra Heremans

La Mazda jaune et Sa Sainteté

زخم

Absent Wound

IR GB 2018 10 min Österreich-Premiere Regie Maryam Tafakory

Das „Haus der Kraft“ ist nicht nur einer der beiden Ausgangsorte für Maryam Tafakorys Geschlechterrollenanalyse, es ist auch ein Symbol für die noch immer stark verankerte Autorität von Religion und Tradition im Iran. Während im Zentrum Männer ein Kraft-Ritual praktizieren, erinnern eingeblendete Textpassagen und das Summen und Flüstern einer Frauenstimme an den sündhaften Eindringling. Eine Reinwaschung kann nur bedingt helfen, wenn der Uterus weint. (mm)

Drehbuch Maryam Tafakory Produktion Maryam Tafakory Schnitt Maryam Tafakory Kamera Maryam Tafakory Ton Maryam Tafakory

زخم

What Do You Know About the Water and the Moon

CN 2018 16 min 20 sec Österreich-Premiere Regie Jian Luo

So surreal, wie dieser Tag für eine junge Frau in China beginnt, so surreal endet er auch. Zwischen Delikatess-Tintenfischen unter einer Brücke und Vogeldressur am Ufer heißt es für sie letztlich Abschiednehmen. Jian Luo behandelt mit What Do You Know About The Water And The Moon auf fantasievolle und sensible Weise ein Thema, das nicht nur wieder vermehrt im Mittelpunkt politischer Debatten steht, sondern in vielen Ländern als Straftat gilt. (mm)

Schnitt Colin Elliott Kamera Mingjue Hu

What Do You Know About the Water and the Moon

Acid Rain

PL 2018 26 min Österreich-Premiere Regie Tomek Popakul

Was als freundschaftliche Reise beginnt, wird zum Psychothriller, in dem Eifersucht und Wahnsinn Überhand nehmen. Es scheint, als ob Acid Rain auf der Metaebene über zwischenmenschliche Beziehungen erzählt und dabei ein Popkulturphänomen der 2000er Jahre wieder aufleben lässt. Die Charaktere verwandeln sich, die Umgebung schmilzt und wird zum visualisierten Drogenrausch, mit lauten Beats unterlegt. Am Ende des Trips ist man jedoch wieder alleine. (mm)

Drehbuch Tomek Popakul Produktion Piotr Szczepanowicz, Grzegorz Wacławek Schnitt Tomek Popakul Kamera Tomek Popakul DarstellerInnen/Mitwirkende Daria Bulka, Piotr Bulka Ton Michał Fojcik

Acid Rain