Österreichischer Musikvideopreis

Every Part Of You Screensessions

  • , METRO Kinokulturhaus 56 min

Vom aufwendig produzierten Hochglanzvideo über unaufgeregte, scheinbar spontanentstandene Clips bis hin zu experimentellen Neuheiten: Die österreichische Musikvideo­szene zeigt im diesjährigen Programm wie­-der all ihre Facetten. Die 16 nominierten Videos führen uns durch die Musikgeschichte, nehmen uns mit in ihrem Fluchtfahrzeug, machen uns schwerelos und dabei aber auch auf die Risse im scheinbar perfekten Erscheinungsbild aufmerksam. Jedes Werk repräsentiert somit ein Stück der heimischen Musikszene, aus deren Summe ein eindrucksvolles, abwechslungsreiches Ganzes entsteht. (vk)

In Anwesenheit von Patryk Senwicki, Serafin Spitzer, Gregor Ladenhauf, Anita Brunnauer & Benjamin Skalet (Der Zeitgeist macht Buh - Neuschnee), Ferdinand Sarnitz & Jürgen Hackl (The Return of... - Left Boy), Michael Tripolt & Gero Dennig & Peter Schönhardt (Trouble - The Weight)

The Return of ... – Left Boy

AT 2017 03 min 17 sec Regie Jürgen Hackl Ferdinand Sarnitz

Eine Reise durch Räume, verankert in einer Schwarz-Weiß-Ästhetik der 1960er-Jahre. Das Musikvideo zu Left Boys The Return of ... saugt das Publikum in eine Welt, in der sich alles um den Künstler selbst dreht, sogar die Wände des Zimmers. Stadtgespräch und Mittelpunkt des Videos ist das Comeback des Sängers. Das Publikum wird von seinem Bildersog verschluckt, während Left Boy diesen immer wieder über Backstage-Sequenzen durchbricht. (vk)

Drehbuch Ferdinand Sarnitz Produktion Marcello Demner Schnitt Jürgen Hackl Kamera Jürgen Hackl DarstellerInnen/Mitwirkende Soefie Fatouretchi, Gina Adamu, Anna P, Valentina Vale, Rutschelle, Laura Mayrhuber, Hannah Naomi, Anouk Traxler, Maité Kalita, Ana Cruz, Constanzia Delort Laval, Alexander Stecher, Mariusz Jan Demner, Coline Atterbury, Paul Basonga, Katharin Barwa, Sophi Animation Jürgen Hackl

The Return of ... – Left Boy

Black Roses – Mother's Cake

AT 2017 Kein Dialog/Liedtext 03 min 46 sec Welt-Premiere Regie Marie-Thérèse Zumtobel Anselm Hartmann

Im assoziativen Gegenspiel von gefundenem und selbst erstelltem Material zeichnet Black Roses ein düsteres und äußerst physisches Bild unterschiedlicher Lebenssituationen: Jugend und Alter, Sexualität und Schönheitswahn, Leidenschaft und Religion spiegeln sich in den Figuren wider, die in dem Video zwischen eisigem Wasser und dunklen Räumen oszillieren. Allen gemeinsam ist der allgegenwärtige Tod, dem letztlich nicht entronnen werden kann. (vk/de)

Produktion Theresa Winkler Schnitt Roland Stöttinger, Anna Grenzfurthner Kamera Marie-Thérèse Zumtobel, Anselm Hartmann

Black Roses – Mother's Cake

Tulln – Voodoo Jürgens

AT 2017 04 min Regie Florian Senekowitsch

Eine nächtliche Autofahrt mit Voodoo Jürgens wird zu einer Gedankenreise in seine Heimat­stadt. Ein melancholischer Streifzug durch Tulln, begleitet von einem streunenden Fuchs, lässt das Publikum tief in die Kindheitserinnerungen des Sängers eintauchen. Das Lebensgefühl eines Streuners, der sich von einer Gelegenheit zur nächsten hangelt, wird dadurch perfekt transportiert. Ein schwermütiger Blick zurück, der sich ausschließlich in der Dunkelheit abspielt. (vk)

Drehbuch Florian Senekowitsch Produktion Julia Zisser/LiaArts Schnitt Rupert Höller Kamera Alex Haspel DarstellerInnen/Mitwirkende Voodoo Jürgens, Lukas Fürsatz, Pascal Hein, Lukas Steinmaier, Wodka Muckie Brownie Ton Voodoo Jürgens

Tulln – Voodoo Jürgens

Der Zeitgeist macht Buh – Neuschnee

AT 2017 03 min 18 sec Regie Anita Brunnauer

Mit metapherngewaltigen Bildern erklärt Neuschnee den Zeitgeist, während Anita Brunnauer die Gesellschaftskritik in eine ideenreiche Formensprache übersetzt. Prunkvolle Räumlichkeiten geben dem Gesagten einen passenden Rahmen. Hier wird Geld zur Serviette, Gold zum Nahrungsmittel und werden Bananen zum Accessoire. Doch in die Zitrone muss dann doch (noch) nicht gebissen werden, denn dem Weltuntergang steht die Hoffnung auf Solidarität gegenüber. (vk)

Drehbuch Anita Brunnauer Schnitt simp Kamera simp DarstellerInnen/Mitwirkende Gerwich Rozmyslowski, Hans Wagner Ton Hans Wagner

Der Zeitgeist macht Buh – Neuschnee

Inverted Envelope – Prcls

JP AT 2018 Kein Dialog/Liedtext 02 min 47 sec Welt-Premiere Regie Gerhard Senz

Eine Bahnfahrt durch Tokio legt den Blick auf die BewohnerInnen und deren urbane Umgebung frei. An besonders belebten Straßenkreuzungen und Bahnsteigen friert Gerhard Senz den Moment ein und lässt dem Auge Zeit die vielen Eindrücke wahrzunehmen, bevor es wieder mit den rhythmisch zur Musik geschnittenen Bildern überflutet und überfordert wird. Ein hypnotischer Sog entsteht, bis sich die Zugtüren öffnen und den Blick in die reale Welt entlassen. (vk)

Produktion Gerhard Senz Schnitt Gerhard Senz Kamera Gerhard Senz

Inverted Envelope – Prcls

whatever – antiehdas feat. Coco Bechamel

AT 2017 03 min 57 sec Regie Karolina Preuschl Andreas Harrer

„I feel we all just need to, like, get over it.“ Oberflächliche Phrasen einer jungen Frau, monologisch vorgetragen und eingepasst in eine Soundcollage aus menschlichen Geräuschen und Beats. Auch die Kamera arbeitet sich an Oberflächen ab, enthüllt Brüche und Risse in den Fassaden, hinter denen noch Leben herrscht. Für den experimentell-elektronischen Track whatever hat antiehdas mit der Performancekünstlerin COCO BECHAMEL zusammengearbeitet. (de/vk)

Drehbuch Andreas Harrer, Karolina Preuschl Produktion Andreas Harrer, Karolina Preuschl

whatever – antiehdas feat. Coco Bechamel

Oh Wow – Leyya

AT 2017 03 min 15 sec Regie Marie-Therese Hildenbrandt

In einem 1950er-Jahre-Diner beginnt Marie-Therese Hildenbrandts Video zu Oh Wow mit pastellfarbenen Milchshakes und Ketchup-getränkten Pommes Frites. Wie in Gedanken versunken, folgt der Blick den ProtagonistInnen in unterschiedlichste Settings. So landet man fast alleine im Schwimmbad oder samt Instrument auf der zebragemusterten Bettdecke. Ein farbgewaltiger Tagtraum, der bei einer gemeinsamen Fahrt im Autodrom endet. (vk)

Produktion Dominik Eder Schnitt Mateusz Najder Kamera Mario Minichmayr DarstellerInnen/Mitwirkende Sophie Lindinger, Marco Kleebauer, Helmut Neugebauer

Oh Wow – Leyya

Juggernaut – Ant Antic

AT 2017 Kein Dialog/Liedtext 03 min 31 sec Regie Gabriel Hyden

Die kühlen Räume einer leeren Fabrikshalle dienen in Juggernaut als Kulisse für einen energiegeladenen Tanz. Die Kälte der Räume zieht sich jedoch auch bis ins Erscheinungsbild der Tänzerin durch, die anstatt eines menschlichen Gesichts eine digitale – flüssigem Chrom ähnelnde – Masse unter der Kapuze trägt. Körper, Raum und digitale Welt verbinden sich hier ein Lied lang zu einem harmonischen und energetischen Tanz. (vk)

Drehbuch Gabriel Hyden Produktion Gabriel Hyden, Marco Kleebauer Schnitt Gabriel Hyden Kamera Gabriel Hyden DarstellerInnen/Mitwirkende Bettina Hüttner Ton Juggernaut Animation Gabriel Hyden

Juggernaut – Ant Antic

Brawler – Gudrun von Laxenburg

AT 2018 04 min Welt-Premiere Regie Alexander Dirninger Daniel Helmer Sebastian Mayr

Wie verändert sich ein menschliches Gesicht, wenn man es mit Klebeband, Projektionen und unterschiedlichen Lichtstimmungen bearbeitet? Dieser Frage geht das Video Brawler nach, in dem der Protagonist mit eben diesen Mitteln ziemlich zugerichtet wird. Neue Formen entstehen und lassen das Gesicht hinter den eingesetzten Techniken langsam verschwinden. (vk)

Drehbuch Daniel Helmer, Sebastian Mayr, Alexander Dirninger Produktion Gudrun von Laxenburg DarstellerInnen/Mitwirkende Fabian Listz

Brawler – Gudrun von Laxenburg

Gimme – 5K HD

AT 2017 03 min 48 sec Regie Serafin Spitzer

Ein Tanzvideo ohne Bodenkontakt: Aus der Dunkelheit in einen Schwebezustand versetzt einen das Video Gimme von Regisseur Serafin Spitzer. Hypnotisch tanzt die Protagonistin durch einen Windkanal und schafft es immer wieder, in den (dunkel-)blauen Himmel abzutauchen. Schwerelosigkeit trifft auf Zerbrechlichkeit und schafft damit die bildliche Entsprechung zum atmosphärischen Song. (vk)

Drehbuch Serafin Spitzer, Simon Spitzer, Jessyca R. Hauser Produktion Serafin Spitzer Schnitt Lisa Zoe Geretschläger Kamera Serafin Spitzer DarstellerInnen/Mitwirkende Kathya Toussaint

Gimme – 5K HD

838 – Thirsty Eyes

DE PL AT 2018 Kein Dialog/Liedtext 05 min 48 sec Regie Ioan Gavriel

Nach einem langsamen Auftakt und einem bedrohlichen Aufbau rast das Video zu 838 mit ausschweifenden Bildern und beweglicher Kamera durch eine unwirtliche Gegend. Es führt dorthin, wo alles zusammenkommt, es aber auch nichts mehr zu holen gibt. In einem Zusammenprall von Flucht und Angriff nimmt der Sänger das Publikum mit auf eine wilde Fahrt durchs Nirgendwo, bis sich Erinnerung und Gegenwart verdichten und alles einholen. (vk)

Drehbuch Ioan Gavriel Produktion Björn Franck, Saskia Arth, Lisa Purtscher Schnitt Matthias Writze Kamera Simon Veroneg, Anna Hawliczek, Ioan Gavriel DarstellerInnen/Mitwirkende Samuel Ebner, Marcin Morga Ton Samuel Ebner, Marcin Morga, Philipp Moosbrugger, Oliver Brunbauer, Felipe Kolm Animation Florian Hirschmann

838 – Thirsty Eyes

Smog – MYNTH

AT 2017 02 min 54 sec Regie Rupert Höller

Landschaft und Architektur, die von Beginn an die Gedanken Richtung Urlaub lenken, werden zu den Hauptdarstellerinnen in Rupert Höllers Video zu Mynths Smog. Der Nebel als stilbildendes Bildelement und die dominierenden Pastelltöne bauen eine surreale Umgebung. Immer wieder versuchen Hände Ersehntes zu greifen, sie arbeiten sich choreografisch durch die Traum- und Klar-sequenzen des Videos, ohne letztlich loslassen zu können oder zu wollen. (vk)

Drehbuch Rupert Höller Produktion Rupert Höller Schnitt Rupert Höller Kamera Adrian Bidron DarstellerInnen/Mitwirkende Giovanna Fartacek, Mario Fartacek

Smog – MYNTH

Out of Control – Ogris Debris

AT 2017 03 min 37 sec Regie Daniel Kohlmeigner

Lediglich aus Luft erschafft Gregor Ladenhauf in seinem Video zu Out of Control von Ogris Debris etwas unerwartet Großes. Ein Ventilator verhilft bunten Stoffbahnen zum Leben und lässt sie scheinbar unkontrolliert in Bewegung geraten. So entstehen mit der Zeit Figuren, die bis in den Himmel ragen und in der finsteren Nacht im Wind tanzen – bis der neue Tag anbricht. (vk)

Produktion Ogris Debris, Matches Music Schnitt Gregor Ladenhauf Kamera Anna S. Rußmann, Gregor Ladenhauf

Out of Control – Ogris Debris

Frizzle Frizz – KIDS N CATS

AT 2017 Kein Dialog/Liedtext 03 min 57 sec Regie Patryk Senwicki

Das Tierreich findet auch in diesem Werk von KIDS N CATS wieder seinen Weg auf die Leinwand. Dabei wird die oberflächlich-bunte Gesellschaft von Insekten durchdrungen, die zeigen, dass auch hinter jeder noch so schönen Fassade das Gleiche und manchmal auch etwas Ekliges steckt. Statt Ästhetik bis zur Perversion wird hier der schöne Schein mit Ekel durchbrochen – das Kräftemessen der Eitelkeit wird durch Spaß abgelöst. (vk)

Produktion Dominic Spitaler Schnitt Patryk Senwicki Kamera Johannes Höß Animation ostblok

Frizzle Frizz – KIDS N CATS

Trouble – The Weight

AT 2017 02 min 48 sec Regie Michael Tripolt Gero Dennig Peter Schönhardt

Von einem Zitat zum nächsten springen wir im Video zu Trouble mit der Band The Weight. Dem Retrostil verschrieben, spielen sich die vier Bandmitglieder durch die Plattencover der 1960er- und 70er-Jahre und machen damit Musikgeschichte lebendig. Mit Humor und Liebe zum Detail entsteht eine nostalgiegefütterte Entdeckungsreise durch das eigene Gedächtnis, die dabei den Spaß nicht zu kurz kommen lässt. (vk)

Drehbuch Gero Dennig, Peter Schönhardt, Michael Tripolt, Jürgen Langer Produktion Atzgerei Schnitt Gero Dennig, Peter Schönhardt, Michael Tripolt Kamera Gero Dennig DarstellerInnen/Mitwirkende Patrick Moosbrugger, Andreas Vetter, Tobias Jussel, Michi Böbel, Mandy Lanbach, Stefan Eberhardt, Christoph Schneeberger, Sonja Braza, Lisa Jussel, Melanie Jussel, Ivo Bechter, Jürgen Langer, Simon Anhorn, Alice Felch, Kevin A. Rausch, Philipp Eberhart Animation Gero Dennig, Peter Schönhardt, Michael Tripolt

Trouble – The Weight

Ich nehm's dir – EINFACHSO

AT 2017 02 min 15 sec Regie Sebastian Somloi

Im Industriegebiet mit bösem Blick und Freunden unterwegs, erklärt Einfachso, dass es zwar keinen Grund gibt, er uns jedoch alles nimmt, was er will. Zum eingängigen Beat werden auf der Bildebene Techniken eingesetzt, die wir gut aus Foto- und Video-Sharing-Plattformen kennen. Die permanente Wiederholung, im Einklang mit dem Nicken der Protagonisten, dient der Wiedererkennbarkeit ebenso wie der Entlarvung allzu simpler Aufmerksamkeitsstrategien. (vk/de)

Ich nehm's dir – EINFACHSO