Internationaler Wettbewerb

Die Welt Animation Avantgarde

  • , Filmcasino 78 min

Die KünstlerInnen dieses Programms eröffnen mit ihren individuellen Mitteln und Visionen unterschiedlichste Blicke auf unsere Welt: Die Bedrohung der Auslöschung durch den atomaren Krieg. Die Frage, ob wir die reale Welt hinter der medialen Übermittlung überhaupt noch wahrnehmen. Die Suche nach Vertrautem in exotischer Ferne. Allein verloren im Kosmos, weit weg von der Welt. Unbarmherzige Selbstbezogenheit als dominantes Phänomen unserer Zeit. Die bunte Welt des Computerspiels als Philosophierstube. Dystopische Zukunftsvisionen als Metapher für zivilisatorische Probleme. (tr)

In Anwesenheit von: Boris Labbé, Špela Čadež, Florian Kindlinger, Peter Kutin


Y.

MX 2016 Kein Dialog/Liedtext 05 min Welt-Premiere Regie Adrián Regnier Chávez

Ein beschwichtigender Song und Rhythmus für den Untergang der Welt. Im Kreis um die Erde angeordnet reiht sich Rakete an Rakete, Bombe an Bombe – das Ziel vor Augen, aber scheinbar für einen Moment von der Musik abgelenkt. Adrián Regnier Chávez‘ erneute Vision einer Welt vor oder nach der Apokalypse ist eine Mischung aus Satire, verlorenem Glauben an die Menschheit und mantra-artig vorgetragener Warnung vor uns selbst. (wp)

Drehbuch Adrián Regnier Chávez Produktion Adrián Regnier Chávez Schnitt Adrián Regnier Chávez Kamera Adrián Regnier Chávez Ton Adrián Regnier Chávez Animation Adrián Regnier Chávez

Y.

The Fifth Wall

AT 2017 12 min 47 sec Welt-Premiere Regie Florian Kindlinger Peter Kutin

Im Zentrum dieser Arbeit steht eine massive Panzerglasscheibe, die intensiv bearbeitet, beschossen und befeuert wird. Florian Kindlinger und Peter Kutin thematisieren mit visueller Wucht die Trennung von realer und dargestellter Welt. Wie berühren uns die Realitäten der Menschen auf der anderen Seite der Bildschirme und Displays noch? Vielleicht muss für die Beantwortung die „fünfte“ Wand durchbrochen werden. Eine beeindruckende, politische Arbeit. (Wiktoria Pelzer)

Drehbuch Peter Kutin, Florian Kindlinger Produktion Alina Sklenicka, Peter Kutin, Florian Kindlinger Schnitt Edward Chapon, Peter Kutin, Florian Kindlinger Kamera Martin Putz DarstellerInnen/Mitwirkende Gods Entertainment Ton Peter Kutin, Florian Kindlinger Animation Conny Zenk

The Fifth Wall

Orogenesis

ES 2016 Kein Dialog/Liedtext 07 min 52 sec Österreich-Premiere Regie Boris Labbé

Schwarz-Weiß-Fotografien, bei denen man nicht sicher ist, ob sie eine Gebirgslandschaft oder eine mikroskopische Oberfläche abbilden: Digitale Bildverzerrung und Morphing lassen in diesem faszinierenden Bildexperiment Meere und sich zersetzende Oberflächen entstehen, die Bilder ver- und entzerren sich permanent. Der eindringliche Sound untermalt die Fremdheit der scheinbar sich selbst transformierenden Materie und entführt uns in eine unbekannte Welt. (tr)

Produktion Boris Labbé Animation Boris Labbé

Orogenesis

Die Herberge

The Hostel

DE 2017 Kein Dialog/Liedtext 14 min 45 sec Österreich-Premiere Regie Ulu Braun

Ein Film wie ein Panorama, ein Computerspiel, ein Comic-Buch, in dem es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Dinge stehen nebeneinander, die alles und nichts sind, in keiner Zeit verhaftet, an mystische und religiöse Gleichnisse erinnernd, symbolisch aufgeladen und gleichzeitig banal. Vorbei an Wasserspendern, die an Kultorten aufgestellt sind, an Schafherden, mit dem Crossbike zur Rockerkneipe. Wir lassen uns treiben durch diese wunderbare Collage. (wp)

Drehbuch Ulu Braun Produktion Ulu Braun Schnitt Ulu Braun Kamera Ulu Braun DarstellerInnen/Mitwirkende Lisa Baumgarten, Alexander Tripitsis, Eckhart Liss, Rajab Haidari, Asef Hussaini, Michel Amin Dickler, Evelyn Kobusingye, Klaus Krüger Ton Max Knoth Animation Ulu Braun

Die Herberge

Ego

BE 2016 Kein Dialog/Liedtext 03 min 37 sec Österreich-Premiere Regie Nicolas Provost

Ein Trip ohne Endpunkt – ein Driften, eine Halluzination. Szenen aus dem Weltraum, ein cineastischer Sog, der nur noch im endlosen Nichts, im Schwarzen Loch, sein Ende findenkann. Nicolas Provost greift wie schon in früheren Arbeiten auf Material aus kanonisch be kannten Werken der Filmgeschichte zurück – und bedient sich einer Kubrick‘schen Paranoia und beklemmenden Zukunftsvision. (Wiktoria Pelzer)

Drehbuch Nicolas Provost Produktion Nicolas Provost Schnitt Nicolas Provost Ton Nicolas Provost Animation Nicolas Provost

Ego

Nocna ptica

Nighthawk

HR SI 2016 08 min 50 sec Österreich-Premiere Regie Špela Čadež

Nighthawk ist ein Rausch der Geschwindigkeit, ein verschobener Trip unter dem Einfluss von Alkohol und Selbstüberschätzung. Ein Mann, oder ein Tier, rast in einem Auto durch eine Landschaft, die in Malerei verschwimmt und in der sich reale Wahrnehmung nicht mehr vom Wahn unterscheiden lässt. Was ist noch echt? Alles scheint auseinanderzudriften in eine wabernde Welt. Und der Trip nimmt ein jähes Ende. (wp)

Drehbuch Gregor Zorc, Špela Čadež Produktion Tina Smrekar, Špela Čadež, Vanja Andrijević Schnitt Iva Kraljević DarstellerInnen/Mitwirkende Andrej Nahtigal, Karin Komljanec, Gregor Zorc Ton Johanna Wienert Animation Zarja Menart, Špela Čadež, Matej Lavrencic

Nocna ptica Special Mention - DOK Leipzig – International Festival for Documentary and Animated Film, Audience Award - Animateka, Special Mention - Animateka

Everything

IE US 2017 11 min Österreich-Premiere Regie David OReilly

David OReillys coole Bilderwelt ist wie gemacht für Computerspiele, auch wenn er in seinem zweiten Game Everything erneut keinen Konventionen folgt, sondern den SpielerInnen Geduld verordnet. Die beabsichtigte Imperfektion von Bewegung und Figuren zwischen Mikro- und Makrokosmos ist charmant und witzig, und so wurde das aus dem Game destillierte „Machinima“ ein toller Film und gleichzeitig eine schöne Reverenz an den Eames-Klassiker Powers of Ten. (wp)

Drehbuch Alan Watts Produktion David OReilly Schnitt Damien Di Fede Ton Eduardo Ortiz Frau

Everything

Time Rodent

FR CZ 2016 Kein Dialog/Liedtext 14 min 30 sec Österreich-Premiere Regie Ondrej Svadlena

Beginnend mit einer eindrucksvoll inszenierten Zeitraffer-Sequenz in der Jetztzeit werden wir begleitet vom „Zeitnager“, einer Mischung aus Nagetier und Roboter, und in einem Zeitstrudel in eine düstere Zukunft geschleudert, die bildgewaltig vom totalen Uniformismus in einer Welt erzählt, in der die Sonne erloschen ist und künstliches Licht als Nahrung dient. Versöhnlich das Ende, wenn Time Rodent – inmitten der Dystopie – Frau und Kinder wiederfindet. (tr)

Produktion Nicolas Schmerkin

Time Rodent