Hitting Our Heads On The World Animation Avantgarde 1

  • , Stadtkino im Künstlerhaus 74 min Ticket

Ein Angelpunkt in dieser Filmauswahl ist Anna Vasofs neueste Arbeit Hitting my Head on the World, die für Animation Avantgarde insofern programmatisch erscheint, als sie filmische Gattungsgrenzen überwindet, indem sie eine konzeptionelle Arbeit mit Humor und genussvoller Musikalität auffrischt. Über Grenzen setzt sich auch Skirmanta Jakaité mit The Juggler hinweg, die uns mit ihrem hypnotisierenden malerischen Zeichenstil von der realen Welt ins Fantastische saugt. Paul Bush wiederum zeigt in Ride, wie schwere Motorräder durch die Magie der Animation zu tanzen beginnen. (tr)

Mit Q&As

The Astronaut (VIS Trailer 2019)

AT 2019 01 min Welt-Premiere Regie Anna Vasof

Ganz alleine, vor einer hohen Mauer, steht ein Astronaut oder eine Astronautin im Raumanzug. Bereit für den sofortigen Start, bereit abzuheben, um über die Mauer – oder weit darüber hinaus – zu gelangen. Zukunft wird schließlich aus Mut gemacht! Die Zündschnur wird in Brand gesetzt, auf der Tonebene läutet das Geräusch eines langen Fallens gleichsam den Countdown ein. Der Start steht unmittelbar bevor – doch der Körper ist träge und nur der Geist ist frei. (de)

The Astronaut (VIS Trailer 2019)

Splash

CN 2019 09 min 21 sec Österreich-Premiere Regie SHEN Jie Shen Jie

Die Farbe Türkis und ein waberndes kariertes Raster finden sich in fast jedem Bild von Splash. Shen Jie zitiert den Maler David Hockney, bekannt für seine Poolbilder. Der Film bleibt Atmosphäre, kryptisch, zwischen Ruhe und scheinbarer Explosion in einem „Splash“ – wenn einer der Protagonisten in den Pool springt. Logik oder eine lineare Erzählung sucht man vergeblich, es steht ein Gefühl von Unbehagen, Unsicherheit und Dringlichkeit im Vordergrund. (wp)

Produktion Shen Jie, SHEN Jie Ton Luo Keju Animation Shen Jie

Splash

The Juggler

LT 2018 11 min 05 sec Regie Skirmanta Jakaitė

Skirmanta Jakaité entwirft in The Juggler faszinierende und einnehmende Bilderwelten, die geheimnisvoll sind und viele Interpretationsräume eröffnen. Ein roter Faden zieht sich durch die Bilder, einer Blutspur gleich oder auch Haaren, die wie eine Schleppe hinter sich hergezogen werden. Es geht um Geheimnisse, Ängste, Albträume und Faszinationen sowie das Unheimliche, das immer nur dann da ist, wenn wir nicht hinsehen. Doch wir wissen genau – es ist da. (wp)

In Anwesenheit von: Skirmanta Jaikatė

Produktion Tripode Productions & Perspective Films

The Juggler

Garoto transcodificado a partir de fosfeno

Boy transcoded from phosphene

BR 2018 02 min 07 sec Österreich-Premiere Regie Rodrigo Faustini

Ein Bild wird zerstört. Und in der Zerstörung liegt das Entstehen von etwas Neuem. Ein dokumentarisches Filmbild wird digital verändert – wir bekommen dadurch ein neues Erlebnis, das sich auf einer anderen Ebene abspielt, abstrakt und visuell: Die Farben verschwimmen ineinander, Bewegungen sind frei und ohne bestimmte Bedeutung. Das ursprünglich konkrete dokumentarische Filmbild wird zu wunderschöner, bewegter und abstrakter Malerei. (wp)

In Anwesenheit von: Rodrigo Faustini

Drehbuch Rodrigo Faustini Animation Rodrigo Faustini

Garoto transcodificado a partir de fosfeno

Supersad(opus)_01

US 2018 10 min 50 sec Welt-Premiere Regie Faiyaz Jafri

Faiyaz Jafris Hyper-Unrealism schlägt wieder zu: Weit weg in einer unbekannten Galaxie auf einem verlassenen Parkplatz liegt eine weibliche Figur neben einem Miniatur-Auto – und neben ihr schnellen übergroße Fliegenpilze aus dem Boden. Die figürliche Ebene scheint aber nicht das zu sein, was den Filmemacher interessiert, alles wird vermischt zu einem trippigen LSD-Traum. Die Bilder verzerren und verdrehen sich ineinander, kaleidoskopartig, bis ein psychedelischer Alptraum in Hochglanz entsteht. (wp)

In Anwesenheit von: Faiyaz Jafri

Drehbuch Faiyaz Jafri Produktion Faiyaz Jafri Schnitt Faiyaz Jafri DarstellerInnen/Mitwirkende Sky Jafri Animation Faiyaz Jafri

Supersad(opus)_01

Sun Zoom Spark

US 2018 02 min 28 sec Wien-Premiere Regie Gina Kamentsky

Eine spannungsgeladene, leicht bedrohliche Klang-Collage, deren Quellsounds mit an Brückenkonstruktionen angebrachten Kontaktmikrofonen gewonnen wurden, bildet die Basis für einen auf 70-mm-Filmmaterial gemalten Bewegungsfluss, der mit vereinzelten Partikeln von Realfilm durchsetzt ist. Eine bruchstückhafte Wanderung durch urbane Strukturen, unter Highway-Brücken, vorbei an Wassertürmen in der Ferne, die sich immer wieder in Abstraktion zerfasert. (tr)

Produktion Gina Kamentsky Animation Gina Kamentsky

Sun Zoom Spark

Losing The Sponge

GB 2018 03 min 14 sec Österreich-Premiere Regie Leto Meade

Eine sonore Stimme spricht teils dramatisch, teils flüsternd von – einem Schwamm! Einem „weichen, verführerischen Rechteck“, das den Sprecher „in jubelnd poröse Ekstase versetzt“. Eine Metapher für zwischenmenschliche Beziehungen, wie es in manchen Inhaltsangaben heißt? Hm. Wir sind vor allem amüsiert von einem leichtfüßigen Dada-Gedicht, das mit einem Mix aus skizzenhaften, rotoskopierten Malereien und 3D-Computeranimationen zusammentrifft. (tr)

In Anwesenheit von: Leto Meade

Drehbuch Julie Lindh DarstellerInnen/Mitwirkende Ben Crystal Animation Leto Meade

Losing The Sponge

Ride

PT 2018 05 min 42 sec Österreich-Premiere Regie Paul Bush

Die vorliegende Animationstechnik, die Bush bereits mehrfach angewandt hat, ist eine Mischung aus Objektanimation (Objekte werden schrittweise bewegt) und Replacement-Technik (mehrere speziell angefertigte Objekte ergeben einen Bewegungsfluss). Anhand einer Vielzahl verschiedener Fahr- und Motorräder wird die technologische Evolution der Fortbewegung auf zwei Rädern sichtbar gemacht. Abschließend findet eine überraschend kurze Ausfahrt ins Grüne statt. (tr)

Drehbuch Paul Bush Produktion Abi Feijó, Paul Bush Schnitt Paul Bush DarstellerInnen/Mitwirkende Bernardo Santo Tirso, João Cardoso Ton Andy Cowton Animation Paul Bush

Ride

Entrop

DK 2019 06 min Österreich-Premiere Regie Zeno van den Broek

Zeno van den Broek benennt das zylindrische Zoetrop, mit dem auf mechanischem Wege bewegte Bilder erzeugt werden, als Inspirationsquelle für seine abstrakte Animation. Beim Zoetrop geben senkrechte Sehschlitze für Bruchteile von Sekunden den Blick auf dahinter liegende Einzelbilder frei, die in fließende Bewegung verschmelzen; in Entrop überlagern sich verschieden schnelle Abfolgen von senkrechten und waagrechten Linien zu immer komplexer werdenden Strukturen. (tr)

In Anwesenheit von: Zeno van den Broek

Drehbuch Zeno van den Broek Produktion Zeno van den Broek Animation Zeno van den Broek

Entrop

Per tutta la vita

IT FR 2018 05 min 20 sec Österreich-Premiere Regie Roberto Catani

Eine Liebesbeziehung erzählt Roberto Catani in einer mit überaus kunstvoller Maltechnik realisierten poetischen Narration in umgekehrter Richtung. Am Ende des Filmes steht der erste verliebte Blick der beiden Jugendlichen. In fließenden Übergängen vermischen sich die Erinnerungen der beiden an unterschiedliche Stationen ihres Lebens. Gemeinsame Glücksmomente, Trennung und spielerische Begegnungen sind immer wieder mit Bildern aus dem Zirkus verwoben. (tr)

In Anwesenheit von: Roberto Catani

Produktion Miyu Productions & Withstand Films Ton Andrea Martignoni Animation Roberto Catani

Per tutta la vita

Paper Trail

US 2018 01 min Österreich-Premiere Regie Jake Fried

Jake Fried legt in Jahresabständen eindrucksvolle Einminutenfilme vor, die innerhalb langfristiger Arbeitsprozesse entstehen und diese sichtbar machen. Paper Trail ist wieder eine hochverdichtete Ansammlung zeichnerischer und malerischer Spuren, die addiert und übereinander geschichtet auf nur einem Malgrund entstehen. Diesmal werden zudem auch zahlreiche Collage-Elemente hinzugefügt. Eine rasante Reise im Kopf, die der Künstler auch selbst vertont hat. (tr)

Paper Trail

Hitting my Head on the World

AT 2019 14 min 53 sec Welt-Premiere Regie Anna Vasof

Anna Vasof hat verschiedene Orte der Welt bereist, um mit einem auf ihrem Kopf montierten Mikrofon Geräusche von Objekten aufzuzeichnen, gegen die sie mit ihrem Kopf stößt. Ein originelles Konzept, das Vasof humorvoll umsetzt und in das sie auch Zufälle eindringen lässt. Durch den Rhythmus der Schnittfolgen wird die Arbeit auch zum Musikstück – zumal gegen Ende auch im Bild unterschiedliche Instrumente beginnen mitzumusizieren. (tr)

In Anwesenheit von: Anna Vasof

Drehbuch Anna Vasof Produktion Anna Vasof

Hitting my Head on the World