© VIS, Jannis Gonis

Hauptpreise für dystopische Animationen

Triumph für deutsche Animation “Ugly” von Nikita Diakur - Online-Performance "Operation Jane Walk" ist bester österreichischer Film - Portugiesischer Film “Miragem Meus Putos” zum besten Kurzspielfilm gekürt - Erster VR-Preis geht nach Finnland

Die Hauptpreise der 15. Ausgabe des Kurzfilmfestivals VIS Vienna Shorts standen ganz im Zeichen dystopischer Filme in Computerspielästhetik. Einen Triumph feierte der deutsch-russische Regisseur Nikita Diakur mit seinem Animationsfilm Ugly: Die 12-minütige Arbeit, die mittels Game-Interface entstand und im apokalyptischen Wirrwarr eine Ästhetik des Fehlerhaften zelebriert, wurde mit zwei Hauptpreisen ausgezeichnet. Der Film überzeugte die Jury mit seiner "atemberaubenden Formensprache" und "beeindruckendem Erzähltalent" und erhielt den mit 2.000 Euro dotierten ASIFA Austria Award im internationalen Wettbewerb Animation Avantgarde.

Die Online-Performance Operation Jane Walk von Leonhard Müllner/Robin Klengel, die einen Multiplayer-Shooter zur postapokalyptischen Stadtbesichtigung in New York verfremdet, erhielt den mit 5.000 Euro höchstdotierten Preis als bester österreichischer Film. Die Arbeit ist für die Jury zwar "nicht das erste Beispiel für eine interaktive Interpretation des Found-Footage-Filmemachens, aber der erste uns bekannte Film, der einräumt, dass die virtuelle Welt Teil unserer gelebten Erfahrung ist". Der Vienna Short Film Award für den besten österreichischen Film ist mit 3.000 Euro von der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden und mit einem Postproduktionsgutschein in der Höhe von 2.000 Euro von viennaFX und Blautöne dotiert.

Zum besten Kurzspielfilm des Festivals, das am Montagabend zu Ende ging, wurde das portugiesische Triptychon Miragem Meus Putos (Mirage My Bros) von Diogo Baldaia gekürt. Der Hauptpreis des internationalen Wettbewerbs Fiction & Documentary ließ die Jury staunend zurück. Die "fesselnde, poetische und sinnliche Erkundung von Jugend" sei schlicht umwerfend und zeuge "von der Unermesslichkeit der Wunder", die das Medium Kurzfilm zu bieten habe. Der Preis ist von der Stadt Wien mit 4.000 Euro dotiert.

Die Auszeichnung im erstmals durchgeführten und völlig ausverkauften Wettbewerb VR the World ging nach Finnland: Als bester Virtual Reality- bzw. 360°-Film wurde Devil's Lungs von Alla Kovgan prämiert. Der Preis besteht aus einer einmonatigen Residency im Wiener MuseumsQuartier, verbunden mit 1.050 Euro in bar, gestiftet vom Q21 im MuseumsQuartier.

Preise für beste Regie, beste Newcomerin & besondere Leistungen

Zur besten Regisseurin wurde Amanda Nell Eu aus Malaysia für Lagi Senang Jaga Sekandang Lembu (It's Easier to Raise Cattle) gekürt, eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte mit deutlichen Genre-Anklängen. Der Preis ist mit 1.000 Euro von der Elfi Dassanowsky Stiftung dotiert. Als beste Newcomerin, von der VAM gemeinsam mit viennaFX und Blautönen mit insgesamt 3.000 Euro (davon 1.000 Euro als Postproduktionsgutschein) dotiert, wurde indes die österreichische Regisseurin Michaela Taschek für den sehr persönlichen Film Doppelgänger ausgezeichnet.

Für eine außergewöhnliche Leistung im Bereich Animations- und/oder Experimentalfilm erhielt die Niederländerin María Molina für Digital Trauma (And the Crystal Image) ein einmonatiges Artist-in-Residence-Stipendium im MuseumsQuartier Wien. Das Publikum wiederum belohnte mit Retour à Genoa City (Back to Genoa City) vom Franzosen Benoît Grimalt ein liebevolles und experimentierfreudiges Porträt, das die eigene Familiengeschichte mit jener der Fernsehfamilie in "Schatten der Leidenschaft" humorvoll vermischt. Den erstmals vergebenen ORF.at-Publikumspreis für den beliebtesten österreichischen Film unter 12 Minuten, dotiert mit 500 Euro und einer Online-Präsenz auf ORF Online, erhielt zu guter Letzt Fabian Lang für Supernaked.

Einen Überblick über alle PreisträgerInnen von VIS 2018 finden Sie hier.