© "Butter" – Leyya (Martina Trepczyk)

Vorwort

Vertrauen ist die Basis unserer Gesellschaft, der schützende Kokon, der den Gedanken an jedes Wagnis und die Angst davor in Grenzen hält. Bei völliger Abwesenheit von Vertrauen könnten wir in der Früh nicht einmal das Bett verlassen, hat Luhmann gesagt, schließlich nehmen wir schon mit dem Aufstehen unberechenbare Gefahren auf uns.

Als Gipfel der Unvorhersehbarkeit gelten zwischenmenschliche Beziehungen, und gerade die Organisation einer Kulturveranstaltung bedarf eines vertrauensvollen Verhältnisses zwischen Team, Publikum, KünstlerInnen und UnterstützerInnen. Unser Dank geht an alle PartnerInnen und SponsorInnen, die uns teils seit vielen Jahren begleiten, sowie an unsere Filmschaffenden und das Publikum, das sich hier mit Neugier auf die kurze Form einlässt.

Wie sich das Vertrauen und dessen Verlust in neuen und historischen Filmen widerspiegeln, dem wird der diesjährige Fokus Trust Me auf den Grund gehen. Und auch für das weitere Programm – von Wettbewerben über Specials und Spotlights bis zur Vermittlungsarbeit – bitten wir um Ihr Vertrauen: von den wenigsten der rund 350 sorgfältig ausgewählten Filme werden Sie zuvor bereits viel gehört haben, jede einzelne Arbeit wollen wir aber wärmstens empfehlen.

Das Festival und sein Name wurden gekürzt, statt dem im Umbau befindlichen Künstlerhaus dienen nun das METRO Kinokulturhaus als Festivalzentrum und das Filmcasino als zweite Hauptspielstätte. Die Struktur und das Ziel, die Fantasie anzuregen und Diskussionen anzustacheln, sind jedoch gleich geblieben. Einer schönen und herausfordernden 14. Festivalausgabe von VIS Vienna Shorts steht somit nichts im Weg. Vertrauen Sie uns. (Daniel Ebner)