VIS Wettbewerbe

Der Wettbewerb ist in vier Programmschienen aufgeteilt: Fiction & Documentary widmet sich den internationalen Kurzspiel- und Dokumentarfilmen und Animation Avantgarde den besten Animations- und Experimentalfilmen. Im Österreich Wettbewerb wird das nationale Kurzfilmschaffen unter die Lupe genommen, im 2013 mit Screensessions geschaffenen Musikvideo-Wettbewerb die besten österreichischen und internationalen Musikvideos prämiert.

© "The Rabbit Hunt" - Patrick Bresnan

Fiction & Documentary

So wie der Kurzfilm von der Reduktion auf das Wesentliche lebt, lebt das Programm von Fiction & Documentary von der notwendigen Verdichtung. Aus 2.750 eingereichten Arbeiten für den internationalen Wettbewerb für Kurzspiel- und Dokumentarfilme wurden heuer 26 Filme aus 26 Ländern (darunter 12 von Regisseurinnen) für sechs abendfüllende Programme ausgewählt. Die Filme stammen u.a. aus Sri Lanka, Marokko und Kolumbien, fünf entstanden mit französischer und vier it portugiesischer Beteiligung.

Der Selektionsprozess ist lange und gestaltet sich nicht einfach, doch die schließlich ausgewählten 0,9 % haben es in sich: Besuchen Sie eine Kokosnussplantage in Mosambik und Palmen im Warteraum beim Zahnarzt. Lassen Sie sich (nicht) irritieren von einer Frau an der Front im Syrienkrieg und einem Aufschrei nach dem Putschversuch in Indonesien. Nehmen Sie teil an exzessiven Karaoke-Sessions und freiheitssuchenden Motorradausflügen. Und nicht zu vergessen die vielen Tiere, denen wir heuer begegnen: ein Fuchs, mehrere Schlangen, unzählige Hasen, 400 Goldfische und ein Wal.

Neben hochkarätigen Neuentdeckungen und Uraufführungen (wie Livorno 32 von Miki Polonski) finden sich exklusiv auch bereits prämierte Meisterwerke von der Berlinale, aus Rotterdam und von Sundance bei uns im Line-up. Und sollten Sie beim Lesen der Programmtitel beginnen, vor sich hin zu summen oder an Werke aus anderen Kunstrichtungen zu denken, nicht wundern: diese dienten nicht nur manchen Filmen, sondern auch uns für die Namensgebung als Inspiration. (Doris Bauer)

Programmleitung

Doris Bauer (db) & Marija Milovanovic (mm)

PROGRAMMTEAM

Daniel Ebner (de), Diana Mereoiu

© "Sway" - Faiyaz Jafri

Animation Avantgarde

Das spezielle Profil von Animation Avantgarde genießt mittlerweile einen international anerkannten Ruf – auch weil im achten Jahr noch konsequent das Anfangskonzept verfolgt wird: "Ein zentrales Anliegen der Selektion ist darauf gerichtet, aus der internationalen Produktion die innovativsten Arbeiten hervorzuheben. Ein zweites ebenso wichtiges Anliegen liegt darin, einen Anspruch auf Formenpluralismus einzulösen" Animation Avantgarde unterscheidet sich von vielen Animationsfilmfestivals vor allem durch die Durchmischung mit experimentellen Filmen und digitalen Arbeiten sowie die Vermeidung konservativer Klischees. Zudem wird ein Augenmerk auf das animierte Experiment gelegt, das wiederum im Bereich der Avantgardefestivals meist fehlt.

Aus mehr als 600 Einreichungen wurden heuer 31 Filme ausgewählt. Hinsichtlich der verwendeten Technik fällt dabei auf, dass nur mehr ein sehr kleiner Teil der Arbeiten keine digitale Bearbeitung nutzt: Es gibt ein pur auf 35 mm gedrehtes und zwei auf Filmmaterial gekratzte Werke. Zwei größere Gruppierungen sind gemalte und gezeichnete Filme, von denen gut die Hälfte digitale Montage zur Hilfe nimmt, sowie reine 2D- und 3D-Computeranimationen. Die weiteren Arbeiten experimentieren mit der Durchmischung unterschiedlicher Techniken. Auffallend ist, dass sich auch die Animations-& AvantgardekünstlerInnen intensiv mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, der Veränderung der (politischen) Landkarte und unserem individuellen Standpunkt in dieser Welt beschäftigen. Diese Linien haben wir in den Titeln der drei Programme nachgezeichnet: Das Medium. Das Subjekt. Die Welt. (Thomas Renoldner)

Programmleitung

Wiktoria Pelzer (wp) & Thomas Renoldner (tr)

In Kooperation mit ASIFA Austria

© "When time moves faster" - Anna Vasof

Österreich Wettbewerb

Dem österreichischen Film wird bei VIS eine internationale Plattform geboten, die zum Entdecken der qualitativ hochwertigen Kurzfilmkunst des Landes einlädt. Traditionell werden im Österreich Wettbewerb die Gattungen gemischt, stehen Spielfilme neben Experimenten, Dokus neben Animationen, Essays neben Musikfilmen. Um der Fülle an starken Produktionen besser gerecht werden zu können, stehen erstmals vier Programme im Zeichen des heimischen Kurzfilms.

In diesem Jahr wurden insgesamt 20 Filme aus rund 400 gesichteten Arbeiten ausgewählt. Die Werke von elf Regisseurinnen und elf Regisseuren (davon zwei Filme in Doppelregie) können großteils als Premieren gezeigt werden. Die Arbeiten wurden zu vier abendfüllenden Programmen mit den Titeln Fahrt/Wind, Rampen/Licht, Zukunfts/Musik und Bilder/Welt gebündelt.

Die Filme zeigen sich experimentierfreudig, humorvoll und mutig in ihren formalen und inhaltlichen Herangehensweisen. Sie berühren und inspirieren, sie kritisieren und provozieren, sie fordern heraus und zur eingehenden Beschäftigung auf. Es sind intensive Geschichten und starke Performances, anspruchsvolle Bilderfluten und politische Zeugnisse – zumeist aus dem Kunst-, Hochschul- und unabhängigen Kontext, aber in diesem Jahr auch mit einem speziellen Augenmerk auf internationalen Koproduktionen.

Neben dem von der VdFS und WienTourismus vergebenen Preis für den besten österreichischen Film, dem VAM-Nachwuchspreis und dem Preis der Jugendjury haben die Beiträge heuer auch zum zweiten Mal die Möglichkeit, sich für die Oscars® zu qualifizieren. (Alexandra Valent)

Programmleitung

Alexandra Valent (av)

PROGRAMMTEAM

Daniel Ebner (de), Franka Giesemann, Gregor Hochrieser (gh)

© "Bulletproof - VENTIL" - Florian Kindlinger & Peter Kutin

Muvis & Screensessions

Sowohl die 13 Nominees für den Österreichischen Musikvideopreis als auch die zehn Musikvideos in der internationalen Konkurrenz nehmen sich bei den vor fünf Jahren ins Festival eingegliederten Screensessions den verschiedensten Spielarten der audiovisuellen Kunst an. Von digitaler und analoger Animation über Found Footage bis zum elaborierten Performance-Video finden sich die verschiedensten Ansätze, Musik und Bild in symbiotischer Form auf der Leinwand zu präsentieren. Beflügelt von den vielen Verbreitungsmöglichkeiten erleben wir seit einigen Jahren die wohl größte Renaissance des Musikvideos seit den späten 1990er-Jahren.

Die beiden Wettbewerbsprogramme versuchen jährlich einen Querschnitt des aktuellen österreichischen und internationalen Musikvideoschaffens zu präsentieren. Das METRO Kinokulturhaus dient dabei als perfekte Location, um das Musikvideo von den begrenzten Bildschirmen unserer Laptops und Smartphones zu befreien und das rundum erneuerte Medium der einstigen Werbefilmchen als eigenwillige Kunstform zu würdigen.

Doch es wären nicht die Screensessions, wenn die Vorführung der MuVis nicht von der Vernetzung von FilmemacherInnen und MusikerInnen sowie von einem Live-Konzert komplettiert werden würde. Im Rahmen der Filmarchiv-Reihe CinemaSessions erleben wir in diesem Jahr einen von donaufestival und VIS gemeinsam in Auftrag gegebenen und eigens für den Kinosaal entwickelten audiovisuellen Live-Act von VENTIL, der auf der filmischen Arbeit Bulletproof fußt und akustisch Einflüsse von Techno, Industrial und Avantgarde verschmilzt. (Christoph Etzlsdorfer)

Programmleitung

Ann-Katrin Dorner (ad)

Programmteam

Marco Celeghin, Daniel Ebner (de), Christoph Etzlsdorfer (ce), Verena Klöckl (vk)