VIS Wettbewerbe

Der Wettbewerb ist in vier Programmschienen aufgeteilt: Fiction & Documentary widmet sich den internationalen Kurzspiel- und Dokumentarfilmen und Animation Avantgarde den besten Animations- und Experimentalfilmen. Im Österreich Wettbewerb wird das nationale Kurzfilmschaffen unter die Lupe genommen, im 2013 mit Screensessions geschaffenen Musikvideo-Wettbewerb die besten österreichischen Musikvideos prämiert.

Fiction & Documentary

Das Ziel für Fiction & Documentary ist es, kluge und kraftvolle Filme zu finden, die sich mit den Mitteln des Kinos der Welt um uns herum annähern und sich auf ungewöhnliche Weise mit ihr auseinandersetzen. Die Filme sollten einen kritischen Blick und eine politi- sche Haltung einnehmen, uns auf formaler und inhaltlicher Ebene herausfordern und sich dabei nicht an Gattungs- oder Genregrenzen gebunden fühlen.

Jährlich machen die Einreichungen für den internationalen Wettbewerb für Kurzspiel-und Kurzdokumentarfilme den größten Teil der zu sichtenden Arbeiten aus. Um der wachsenden Menge an hoch qualitativen (und im Durchschnitt auch immer längeren) Filmen gerecht zu werden, wurde die Anzahl der Programme von fünf auf sechs erhöht. Deren Titel entstammen heuer Songzeilen von u.a. R.E.M., Nancy Sinatra und den Talking Heads.

Die ausgewählten Filme entführen ihr Publikum in den surinamischen Dschungel und an rumänische Strände, in den syrischen Bürgerkrieg ebenso wie in ein palästinensi- sches Flüchtlingslager. Von den insgesamt 28 Arbeiten aus 20 Ländern (darunter 13 von Regisseurinnen) entstanden immerhin fünf mit französischer, je vier mit britischer oder portugiesischer Beteiligung. In der vibrierenden und experimentierfreudigen Mischung befinden sich Festivalhighlights der vergangenen Monate (von Toronto über Sundance bis hin zu Rotterdam und Berlinale) ebenso wie Entdeckungen und neue Stimmen im Festivalzirkus.

Die Jury wird in diesem Jahr zudem nicht nur den Wiener Kurzfilmpreis und den Elfi-Dassanowsky-Award vergeben, sondern erstmals auch einen Film für die Longlist der Oscars® nominieren.

Programmleitung

Doris Bauer & Marija Milovanovic

PROGRAMMTEAM

Daniel Ebner

Animation Avantgarde

Das internationale Wettbewerbsprogramm Animation Avantgarde zeigt widerspenstige, innovative und kritisch-reflexive Animations- und Experimentalfilme. Unabhängige künstlerische Arbeiten jenseits gängiger Mainstreams werden gezeigt - und trotzdem wird ein breites Spektrum von Inhalten und Genres zwischen Abstraktion und Narration angeboten.

Einige aktuelle Tendenzen zeichnen sich ab: Heuer hat eine größere Anzahl an ungewöhnlichen 3D-Computerarbeiten zu uns gefunden. Der Eindruck entsteht, dass sich hier die technologischen Möglichkeiten verfeinert haben und dass das Interesse am Experimentellen auch in diesem Bereich gestiegen ist.
Parallel zum technologischen Fortschritt im Bereich der digitalen Bilder ist auch die entgegengesetzte Tendenz einer Aufmerksamkeit fürs vom Aussterben bedrohte Filmmaterial auffällig, wobei hier eine klassische Haltung des filmischen Purismus nur noch selten anzutreffen ist. Häufiger sind mittlerweile Arbeiten, die analoge und digitale Techniken durchmischen oder ungewöhnliche Methoden der Bildübertragung aufs Filmmaterial anwenden.

Auch Malerei und Zeichnung sind im Programm facettenreich vertreten: zwei Objektanimationen, ein Machinima, ein Google-Found- Footage-Projekt, 2D-Grafik sowie diverse experimentelle Verfahren, die sich Sammel- begriffen entziehen. Ein Großteil der Arbeiten kommt ohne Sprache aus, Sound und Musik spielt eine umso wichtigere Rolle.
Der Wett- bewerb um den ASIFA Austria Award mischt neu entdeckte Talente mit berühmten Namen, schlägt Brücken zwischen Kunst und Unterhaltung - und bietet so ein reiches Feld an intellektueller und sinnlicher Inspiration.

Programmleitung

Thomas Renoldner & Wiktoria Pelzer

In Kooperation mit ASIFA Austria

Österreich Wettbewerb

Der nationale Wettbewerb zeigt die hohe Qualität und die große Vielfalt des österreichischen Kurzfilmschaffens und bietet den heimischen Produktionen im Rahmen des Festivals eine internationale Plattform. Insgesamt 18 Filme werden aus den rund 350 eingereichten Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilmen aus dem Kunst-, Hochschul- und unabhängigen Kontext gezeigt.Die drei abendfüllenden Wettbewerbsprogramme mit den Titeln Macht/Spiele, Tunnel/Blick und Sinnes/Wandel versuchen einen repräsentativen Querschnitt durch Genres und Formate zu bieten und dabei die Crème de la Crème der aktuellen Produktion abzubilden.

Es sind Filme, die berühren, inspirieren, kritisieren oder provozieren und deren Geschichten von kleinen und privaten Begebenheiten über schön-absurde Momentaufnahmen bis hin zu großen und geschichtsträchtigen Ereignissen reichen. Und die teils informierenden, teils assoziativen oder reflektierenden Bezüge zu Themen in Kultur, Gesellschaft oder Politik fordern uns und das Publikum zur eingehenden Beschäftigung mit aktuellen Themen heraus.

Mit dem Preis für den "Besten Österreichischen Film" in der Höhe von 5.000 Euro, gestiftet von der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden und dem Österreichischen Filminstitut, wird in dieser Schiene der höchst dotierte Preis des Festivals vergeben. Zudem haben auch die österreichischen Beiträge erstmalig die Möglichkeit, sich für die Academy Awards® zu qualifizieren.
Wir freuen uns, die Werke der acht Regisseurinnen und vierzehn Regisseure im Österreich Wettbewerb größtenteils als Premieren zu präsentieren.

Programmleitung

Michael Reutz & Alexandra Valent

PROGRAMMTEAM

Franka Giesemann, Gregor Hochrieser, Daniel Ebner

Muvis & Screensessions

Wenn uns die letzten drei Jahre Musikvideowettbewerb bei VIS eines gelehrt haben, dann wohl dass es mittlerweile ebenso viele Herangehensweisen an das kurze Medium gibt, wie die lange Musikgeschichte an (Sub-)Genres hervorgebracht hat. 

Die große Hollywood-Geste finden wir in der heurigen vierten Auswahl genauso tief verwurzelt wie die europäische Avantgarde oder kommerzialisierte TV-Ästhetiken. Bilder und Töne verschmelzen in symbiotischen Geflechten oder kämpfen derart vehement gegeneinander an, dass die Summe der Teile weit mehr ausmachen kann als man erahnen konnte.
Die einst als Werbemittel abgetanen Clips verlangen immer mehr nach der Präsentation auf der großen Leinwand, und RegisseurInnen wie auch MusikerInnen scheuen keine Herausforderungen mehr, um ihre Visionen gebührend zu verwirklichen. Mit den nationalen und internationalen Wettbewerbsprogrammen und einem kuratierten Fokus-Programm versuchen wir einen Querschnitt des aktuellen Schaffens zu zeigen. Das METRO Kinokulturhaus wird auch heuer wieder den perfekten Rahmen liefern, um das Musikvideo von den begrenzten Möglichkeiten der kleinen Bildschirme zu befreien und die zunehmend wichtige Funktion des Mediums als Kunstform zu zelebrieren.

Die von den Screensessions seit einigen Jahren etablierte Mischung aus Film-Screening und Live-Konzert dient nicht nur der Vernetzung von FilmemacherInnen und Bands, sondern hat in den CinemaSessions des Filmarchivs auch einen wunderbaren Partner gefunden. Im Anschluss an die Wettbewerbsprogramme werden zudem einmal mehr die Preise für das beste nationale und internationale Musikvideo von unserer hochkarätigen Jury verliehen. 

Programmleitung

Christoph Etzlsdorfer, Ann-Katrin Dorner

Programmteam

Verena Klöckl, Daniel Ebner, Marco Celeghin