Trailer 2014 - Mihai Grecu, Thibault Gleize

Gleich drei Festivaltrailer steuern die diesjährigen Artists in Residence Mihai Grecu und Thibault Gleize für VIS 2014 bei: Das französische Multimedia-Duo hat in den vergangenen Jahren mehrfach mit seiner Arbeit bei VIS für Aufsehen gesorgt und wurde für das Video Exland 2013 auch ausgezeichnet. Ihre drei sehr unterschiedlichen Trailer werden abwechselnd beim Festival zu sehen sein.

Signation – Robert Seidel

Ein dreidimensionales Entblättern im organisch-digital angefüllten Raum, eine sanfte Enthüllung auf der Leinwand: Mit der 12-sekündigen Signation von Robert Seidel, unserem Artist in Residence 2012, beginnt seither jedes VIS-Programm, ein Auftakt, der zur Neugierde und zum Entdecken einlädt und ermuntert, auch einen Blick unter  die Oberfläche zu riskieren. Seidel (*1977 in Jena) studierte zwei Semester Biologie, bevor er Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität in Weimar absolvierte. Vor einigen Jahren wurde sein Film „_grau“ bei VIS gezeigt und international vielfach prämiert. Derzeit arbeitet Seidel als Künstler sowie als freier Autor und Übersetzer im Bereich 2D/3D-Grafik. www.robertseidel.com

Two Papers (2013) - Mirjam Baker

Die Utopie der alle Grenzen überwindenden Liebe und das Scheitern an unüberwindbaren Hürden: Ein experimenteller Paartanz in hellen Brauntönen entsteht hier nur mittels zweier Blätter Papier, deren Überlagerung – und damit größtmögliche Nähe – zu einer Verdunkelung, gleichsam zu dunklen Schatten über der engen Zweisamkeit führen. Das scheinbar vertraute Fallenlassen könnte auch ein Abrutschen darstellen, eine Erschöpfung im Alltag der Beziehung. Die poetische, sehr gefühlvolle Arbeit ist im Rahmen des von VIS vergebenen Casinos Austria Kurzfilmstipendiums entstanden und lief seit 1. Mai österreichweit in Programmkinos zur Bewerbung des Festivals.

Trailer 2012 – Jan Soldat

Ein schreiender Mann im Wald, ohne Hemmungen und ohne offensichtlichen Grund, aber in voller Lautstärke: Selten hat ein emotionaler Akt etwas so Befreiendes und gleichzeitig so Befremdliches wie der laute Schrei, und selten hat ein Trailer unser Publikum so gespalten wie die knapp 40-sekündige Arbeit von Jan Soldat (*1984 in Karl-Marx-Stadt). Der junge Filmemacher studiert seit 2008 in Potsdam an der HFF Konrad Wolf  und hat mit seinen kontroversen Filmen – darunter die Tierliebe-Doku „Geliebt“ und „Zucht und Ordnung“ über die Sexualpraktiken eines älteren schwulen Pärchens – u.a. bei der Berlinale, aber auch bei VIS viel Aufmerksamkeit erregt. Sein Trailer läutete nicht zuletzt den Schwerpunkt „Pushing the Boundaries“ ein.

Trailer 2011 – Max Hattler

Bombastic colour bar psychedelia! Es ist doch immer wieder erstaunlich, was der in Ulm geborene und in London lebende und arbeitende Animationskünstler Max Hattler aus einfachsten Mitteln – in diesem Fall digitale Videobalken und TV-Testbildmuster, unterlegt mit einem Dub-Step-Score – zu kreieren imstande ist. Hattler (*1976) studierte am Royal College of Art und unterrichtet am Goldsmiths College, tourt mit seinen Live-Performances durch Europa und fabriziert Tourvisuals für Bands wie Basement Jaxx und The Egg. Unser Artist in Residence 2011 gastierte auch mit mehreren seiner Filme sowie einer Auftragsperformance zur frühen Filmavantgarde bei VIS. www.maxhattler.com

 

Trailer 2010 – Adnan Popovic

Die Schulterwelle bei Legomännchen! Adnan Popovic (*1979) hat dieses Kunststück mit seinem Trailer für VIS 2010 fertiggebracht, mit trashigem Tanz auf dem Spiegeltablett und eingerahmt von projiziertem Disco-Ambiente. Mit dem „Walzerkönig“ zur Musik von Laokoongruppe hat sich der Absolvent der Wiener Akademie der bildenden Künste zuvor den Ruf eines peniblen Arbeiters und gleichzeitig höchst kreativen Kopfs erworben. Später kehrte Popovic dem Genre Musikvideo mit „Tinamv1“ (This is not a music video 1) demonstrativ den Rücken – nicht aber der aufwendigen und perfektionistischen Choreographie. Sein VIS-Trailer wurde auch mit dem Content-Award prämiert.

Trailer 2009 – Wolfgang Pielmeier

Eine selbstgebaute Wundertrommel – oder nur die Illusion eines Zoetrops? – führte in die sechste Ausgabe von VIS ein. Wolfgang Pielmeier (*1984), mittlerweile Absolvent der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien, einer der begehrtesten Filmvorführer der Stadt und mit dem Festival seit vielen Jahren verbunden, ließ das Publikum regelrecht in das Programm eintauchen – auch auf die Gefahr hin, dass manchmal ein bisschen Wasser in die Nase dringt. Aber ist ein Kurzfilmfestival nicht immer ein ein Sprung ins kalte Wasser? Schließlich weiß man nur allzu selten, was einen dabei erwartet...