"Das ist es!"

Ein Mission Statement

Was muss ein Festival haben? Eine gute Idee, ein gutes Programm und ein Geheimnis, das Idee und Programm auf mysteriöse Weise verbindet.“

Der Kurzfilm ist, wenn man den französischen Philosophen Roland Barthes abwandeln möchte, jene Form der Gegenwärtigkeit, die nichts anderes zu sagen lässt als: „Das ist es!“ Barthes beschrieb die kurze Form als „das momentane Gepacktwerden des Subjekts von der Sache selbst“. Dieses Gefühl des „Gepacktwerdens“, auf emotionaler, intellektueller oder instinktiver Ebene, strebt VIS Vienna Independent Shorts seit 2004 mit einem couragierten Programm und einer klaren Haltung an. Jährlich Ende Mai/Anfang Juni steht das Festival ganz im Zeichen des internationalen Kurzfilms bis zu einer Länge von 30 Minuten, stets sollen dabei Erlebnisse im und außerhalb des Kinos verdichtet, soll Neues präsent und Altes erlebbar, sollen Verbindungslinien sichtbar gemacht werden. 

VIS will Spannung erzeugen und Fantasie anregen, Neugierde wecken und Diskussionen anstacheln, kurz: unvoreingenommen Lust auf kurze Filme generieren. Seien es nun Spiel- oder Dokumentarfilme, Animationen oder Experimentalfilme, im besten Falle ist das Filmerlebnis auch nach dem Abspann noch nicht zu Ende und stellt das Festival letztendlich eine Bereicherung für das heimische Publikum ebenso wie für das internationale Kurzfilmschaffen dar. „Die kleine Form eignet sich genauso gut zum Scheitern wie jede andere auch“, schrieb der Filmtheoretiker Volker Pantenburg einmal nicht zu Unrecht. Aber sie gibt auch sehr oft die Gelegenheit, von ihr richtig gepackt zu werden.
Daniel Ebner (Künstlerische Leitung)