Der Hintergrund

Viel war in den vergangenen Jahren vom österreichischen Filmwunder die Rede. RegisseurInnen wie Barbara Albert, Götz Spielmann, Ulrich Seidl und viele andere haben mit Auszeichnungen bei den wichtigsten Filmfestivals den Ruf Österreichs als Filmland zementiert, Stefan Ruzowitzky und zuletzt Michael Haneke mit ihren Oscars noch eines drauf gesetzt. In zahlreichen Interviews haben diese Aushängeschilder jedoch immer wieder darauf hingewiesen, dass es auch für den heimischen Nachwuchs gute Ausbildungsstrukturen und Plattformen geben muss. In dieser Aufbruchsstimmung – die digitale Revolution hatte zu Beginn des Jahrtausends gerade sowohl die Produktions- als auch die Präsentationsmöglichkeiten erleichtert, die ersten großen Filmpreise hatten sich eingestellt – starteten einige Wiener Initiativen ein neues Projekt für junge Filmschaffende, das es bis dahin in Österreich in dieser Form gab: ein Festival für den kurzen Film.

„Gemeinsam mit anderen Wiener Underground-Initiativen wurde 2004 das Festival aus der Taufe gehoben. Niemand ahnte, dass dieses Projekt einmal das größte Kurzfilmfestival in Österreich und Vorbild für zahlreiche ähnlich gelagerte Initiativen werden sollte.“ unimag.at, Lukas Fischnaller

©VIS/Patrick Wally

Das Festival

Angefangen als Studierendenprojekt (mit allen Vor- und Nachteilen des ungezügelten Willens) hat das Festival seine Ansprüche in programmtechnischer und organisatorischer Hinsicht jährlich nach oben geschraubt. Mittlerweile ist VIS Vienna Independent Shorts das größte Kurzfilmfestival Österreichs. Seit 2004 findet es in unterschiedlichen Spielstätten statt, zuletzt wurden im Mai 2014 das Gartenbaukino am Wiener Parkring sowie das Stadtkino im Künstlerhaus, das Schikaneder Kino und das Österreichische Filmmuseum bespielt. Das Festival ist in den vergangenen Jahren immer wieder erweitert worden: Zum internationalen Wettbewerb gesellte sich bald ein eigener österreichischer Wettbewerb, mit der Trennung der internationalen Konkurrenz in Fiction & Documentary und Animation Avantgarde wurde international eine Vorreiterrolle eingenommen. Im Jubiläumsjahr 2013 wurde gemeinsam mit Screensessions und Poolinale erstmals der Österreichische Musikvideopreis vergeben.

Im Verlauf der Jahre wurden nicht nur die Vermittlungs- und theoretischen Angebote ausgeweitet, sondern auch zahlreiche heimische und internationale Filmschaffende mit Personalen gewürdigt, u.a. Mara Mattuschka, Virgil Widrich, Thomas Draschan, Lotte Schreiber/Norbert Pfaffenbichler, Nicolas Mahler sowie Miranda July, Ben Rivers oder zuletzt David OReilly.

„Lange Zeit hat der Kurzfilm in Österreich ein Schattendasein gefristet. Dass sich das in den letzten Jahren radikal geändert hat, ist vor allem auch den Vienna Independent Shorts zu verdanken.“ Ö1

©VIS/Patrick Wally

Die Zahlen

VIS zeigte seit 2004 knapp 3.000 Kurzfilme für mehr als 50.000 BesucherInnen
VIS gastierte mit mehr als 30 Programmen auf internationalen Festivals
VIS präsentierte 94 österreichische Filmschaffende im Ausland
VIS erhält jährlich weit mehr als 2.500 Einreichungen aus über 50 Ländern
VIS beschäftigt mehr als 20 überwiegend ehrenamtliche MitarbeiterInnen
VIS freut sich über 18 Partnerfestivals und -institutionen weltweit
VIS beherbergt ein Filmarchiv mit inzwischen mehr als 7.000 Titeln
VIS zeigt jährlich mehr als 300 herausragende Filme
VIS vergab seit seiner Gründung mehr als EUR 100.000,- an Preisgeldern
VIS feiert 2015 seine bereits 12. Ausgabe
VIS findet das nächste Mal von 26. bis 31. Mai 2015 statt