Stuck in a Groove
Österreich 2010, 4 min
Regie/Drehbuch/Produktion/Animation: Clemens Kogler | Musik: Richard Eigner
Review
von Dominik Prexl
„Phonovideo“ nennt Clemens Kogler sein „tool“, mit dessen Hilfe er Stuck in a Groove produzierte. Dabei handelt es sich um eine komplett analoge Art der Video und Filmgestaltung, welche mit lediglich zwei Turntables, zwei Videokameras, einem Videomischpult, Beleuchtung und einer Projektion für die entstehende Animation auskommt.
Stuck in a Groove stellt sowohl das erste abgeschlossene Filmprojekt, welches mittels „Phonovideo“ realisiert wurde, dar und soll weiters als eine Art Demo angesehen werden. Diese einzigartige Technik ist grob gesagt eine Mischform aus dem 1832 entwickelten „Phenakistiskop“ und der Arbeit eines DJ's an Turntables. Jedoch befindet sich auf den Plattenspielerteller keine Musik, sondern aufgemalte Bilder, welche für die Animation sorgen sobald sich diese drehen. Im Gegensatz zum originalen „Phenakistiskop“ entsteht die Bewegungsillusion hier aber nicht durch Schlitze, sondern durch den „shutter“ der Kamera.
Clemens Kogler sieht dieses erste Projekt lediglich als Startpunkt und möchte diese in weitere Folge auch für live-Installationen einsetzten. Ein interessanter Aspekt des Animationsfilm Stuck in a Groove ist jener, dass es sich bei den aufgemalten Bildern um bekannte Plattencover von Nirvana, den Rolling Stones, Michael Jackson oder den Beatles handelt, welche teils leicht verändert wurden. Der Soundtrack zu Stuck in a Groove wurde von Richard Eigner/Ritornell bereitgestellt - und zusätzlich ist ein „voice over“ zu hören, welches teilweise auf die gezeigten Bilder bzw. Plattencover eingeht oder einmal die Idee des Remixes kritisiert.
Die Bilder der Animation wurden im Vergleich zu den Original-Plattencover manchmal adaptiert und verändert um eine Analogie zur Mischform der „Phonovideo-Technik“ herzustellen. Am Ende dieses kurzen Animationsfilm ist neben den Credits noch eine real gefilmte Hand zu sehen, die den Titel Stuck in a Groove trägt und plötzlich entsteht eine hybride Mischform an bewegten Bildern, da im Hintergrund immer noch die Animation zu sehen ist.
Der Text entstand im Rahmen der Lehrveranstaltung "Medienübergänge" - Hybride des Animations- und Realfilms unter der Leitung von MMag. Franziska Bruckner im Sommersemester 2011 am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien.
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