6.6. - 10.6.2012

Her Morning Elegance

Israel 2009, 4 min
Regie: Oren Lavie, Yuval Nathan, Merav Nathan | Produktion: Michal Dayan | Kamera: Eyal Landesman | Animation: Yuval Nathan | Assistant Animators: Guy Ben Shitrit, Tamar Nathan | Schauspielerin: Shir Shomron

 

Review

von Vanessa Wilcke

Der vierminütige Kurzfilm von Yuval & Merav Nathan bildet eine von Leichtigkeit und Fröhlichkeit erfasste Darstellung des gleichnamigen Songs von Oren Lavie.

Der Tag erwacht und zugleich auch die Kamera, sie untersucht die schlafende Person, von den Händen, über die ersten Sonnenstrahlen auf dem Bett, bis hin zum schlafenden Gesicht. Hat die Kamera alles erfasst, bewegt sie sich wieder zurück in die Totale von oben, auf das Bett, welche die dominierende Einstellung für den gesamten Film festlegt. Dem Rezipienten wird es ermöglicht eine kurze Zeit in die Traumwelt der Protagonistin einzutauchen. Es erscheint alles möglich, vom Schwimmen zusammen mit den Fischen im Meer bis zum Tanzen auf den Wolken
am Himmel. Die verschiedenen Situationen werden durch unterschiedlichste Requisiten geschaffen, die in und durch das Bild fliegen. Gedanklich wird man auf eine Reise durch eine surreale Welt geführt, doch physikalisch wird der Raum nicht verlassen. So fügt sich dann auch die Animationstechnik Pixilation in den Zusammenhang. Durch die Einzelaufnahmen der Personen nach jeder Bewegungsveränderung entsteht ein leicht stockender Charakter der Bewegung. Es ist möglich jegliche Bewegungen entgegen der physikalischen Gesetze durchzuführen und somit finden wir uns auch auf dieser Ebene in einer surrealen Traumwelt wieder.

Musik und Bild stehen in einem besonderem Einklang. Teilweise findet man die Musik im Bild dargestellt. Ist z. B. in der ersten Hälfte ein kurzes Cello-Solo zu hören, so fliegt ein Cello durch das Bild, dem die Protagonistin ausweichen muss. Dies bringt den Rezipienten dazu die Musik intensiver wahrzunehmen. Mit Aufkommen des Refrains, der lebendig und ein wenig schneller ist, gerät die Protagonistin meist in eine komplett neue und stark bewegte Situation. Am meisten verzaubert ihr
charmantes und liebevolles Lächeln, in diesem wird die Grundstimmung der Musik wunderbar aufgefangen.

 

Der Text entstand im Rahmen der Lehrveranstaltung Filmanalyse: Geschichte und Techniken des Animationfilms unter der Leitung von MMag. Franziska Bruckner im Sommersemester 2010 am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien.

Alle Rechte liegen bei der Autorin.