6.6. - 10.6.2012

Kurzinterview: Thomas Draschan

> über Thomas Draschan

 

Warum arbeitest du mit der kurzen filmischen Form?
Das ergibt sich aus der Arbeitsweise: Wenn man Bild für Bild einen Film bewusst gestaltet und jedes Kader als Vokabel in einer Mitteilung sieht, die etwas sagen soll, dann sind drei Minuten schon sehr lange, für den Macher wie für den Zuseher. Es gibt viel weniger bedeutende Langfilme als angenommen, beinahe alle wichtigen Arbeiten der Filmgeschichte von Man Ray bis Paul Sharits sind sehr kurze Arbeiten.

Worauf legst du besonders Wert in deinen Arbeiten?
Am wichtigsten ist es, klar und sauber und verständlich zu artikulieren, wie in der Sprache oder in der Musik. Die Dinge sollen fasslich und erinnerbar sein. Eine gewisse Abscheu gegen die Formlosigkeit, das Amorphe und Teigige, Unscharfe, Unpräzise, das mir begegnet, hat mich immer angetrieben, dem etwas entgegenzuhalten. Das Werk muss sich selbst erklären, das heißt ich muss als Zuseher die formalen Kriterien, nach denen es gestaltet ist, aus ihm herauslesen können und es danach beurteilen.

 

Interviewer: Daniel Ebner (VIS), 2010.