Thomas Renoldner
* 1960 in Linz.
Mag. Thomas Renoldner ist Filmemacher, Musiker, Medienpädagoge, Filmhistoriker und Kurator. Er ist Vorstandsmitglied von ASIFA (Association Internationale du Film d'Animation) und ASIFA Austria.
Von 1979 bis 1984 studierte Renoldner Pädagogik und Psychologie in Salzburg und Innsbruck, von 1989 bis 1994 Experimentelles Gestalten an der Hochschule für angewandte Kunst (Studio für experimentellen Animationsfilm). Dort diplomierte er 1994 mit Rhythmus 94.
Seit dem 14. Lebensjahr beschäftigt sich Renoldner mit verschiedensten Bereichen und Kombinationsmöglichkeiten der Kunst: Musik, Zeichnung und Malerei, Performance und Installation, etc. Das Interesse am Film, geweckt durch das Universum des Super-Acht-Filmes Mitte der 1970er Jahre, setzte sich schließlich durch, heute arbeitet er vornehmlich mit diversen Software-Lösungen, die die Kombination all seiner künstlerischen Interessen ermöglicht.
Seit seinem Studium orientiert sich ein großer Teil seiner beruflichen Aktivitäten am Interesse für künstlerische Animation, wobei er in verschiedensten Feldern aktiv ist. Neben der eigenen künstlerischen Arbeit ist er seit geraumer Zeit auch KünstlerkollegInnen bei der Herstellung ihrer Projekte behilflich („Produktionsleitung“ für Heimo Wallner, Nicolas Mahler, u.a.). Seit seinem Studium führt eri Workshops und Kurse mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durch, heute leitet er Lehrveranstaltungen für Animation an der SAE, der Wiener Kunstschule und an der Akademie für bildende Kunst in Wien, wo er auch kleine Trickfilmstudios betreibt. Ein großes Interesse gilt seit rund 15 Jahren der filmwissenschaftlichen Aufarbeitung der Animation in Österreich, derzeit ist eine größere Buchpublikation gemeinsam mit dem Filmarchiv Austria in Arbeit, ein weiteres Tätigkeitsfeld konzentriert sich auf die Erstellung von Filmprogrammen für diverse lokale und internationale Anlässe und Festivals.
Thomas Renoldner kuratierte für VIS Vienna Independent Shorts von 2006 bis 2009 die Werkschau-Reihe "Animation Schools of the World": ENSAD Paris (VIS 2006), Royal College of Art London (VIS 2007), Akademie der bildenden Künste Krakau (VIS 2008), CalArts (VIS 2009); ferner das Programm Haie und Bienen (VIS 2009) zu Propaganda und Subversion im Animationsfilm während des Zweiten Weltkriegs. Außerdem vermittelte er die Personale Paul Bush (VIS 2007) und die Personale Jerzy Kucia (VIS 2008). Bei VIS 2010 übernahm er die Kuratierung des internationalen Wettbewerbs Animation Avantgarde und weiterer Filmprogramme.
IMDb: http://www.imdb.com/name/nm0719770/
FILME unter der Regie von THOMAS RENOLDNER
Mozart Party ’06

Österreich 2006, 1 min
Regie, Drehbuch, Produktion: Thomas Renoldner | Musik: Andi Haller
Es gibt wohl kaum einen zweiten Künstler, dessen Name weltweit so exzessiv und mannigfaltig ausgebeutet wird. Mozart gibt seinen Namen für Flughäfen, Schigebiete, Hotels und Cafés oder etwa für zahlreiche Produkte der Lebensmittelindustrie. Mozart Party ’06 ist eine Karikatur dieser permanenten "Ausschlachtung" Mozarts und gleichzeitig eine böse Vorausahnung des Jubiläumsjahres 2006.
Präsentiert von VIS im Rahmen von:
VIS Vienna Independent Shorts 2006, The Mozart-Minute
Weitere Vorführungen:
Balkanima Belgrade Animation Film Festival 2006
Rhythmus 94

Österreich 1994, 5 min
Regie, Drehbuch, Schnitt, Musik: Thomas Renoldner | Kamera: Manfred Haspel, Thomas Renoldner
Das Ausgangsmaterial zu Rhythmus 94 bildet eine Fotosequenz des kinematografischen Pioniers E. Muybridge, die in eine Bewegung über die Leinwand übersetzt wird. Aus der Abstraktion dieser Fotoanimation entsteht ein einfaches Grundmuster, das zur Vervielfältigung in verschiedenen Geschwindigkeiten und räumlichen Anordnungen zur Verfügung steht. Eingebettet in die Polyrhythmik der Musik entstehen durch Mehrfachbelichtung ständig neue, immer komplexer werdende Formkombinationen, die sich schließlich in fast statischem Bildflimmern auflösen.
Präsentiert von VIS im Rahmen von:
VIS Vienna Independent Shorts 2010, Animated Music in Austria 1937-2008
Weitere Vorführungen (Auswahl):
DOK Leipzig 1995
Melbourne International Film Festival 1995
Sydney International Film Festival 1995
Viper Festival Luzern 1995
Filmwinter Stuttgart 1996
Hiroshima International Animation Festival 1996
Trickfilmfestival Stuttgart 1996
Diagonale 2001
WEITERE FILME:
Sophia's Year (1998)
Zeit Raum (1998)
Wos nu (1995)
More Money for the Fight Against Aids (1994)
Käpt'n Knödl im Dreck (1993; gemeinsam mit Georg Dienz, Pepi Öttl und Nana Swiczinsky)
Lonely Cowboy in 1992 (1992)
Bunt (1991)
Würfel (1990)
Haus/Frau (1989)
