Wiederholung Eröffnungsprogramm
SPECIAL
Termin:Freitag, 27.5.2011, 18:30
Ort:Schikaneder
Tickets: 7,50 Euro (Normalpreis) / 5 Euro (ermäßigt) [Ticket-Info]
VIS Vienna Independent Shorts 2011 eröffnet am Vortag im Gartenbaukino. Das hochkarätige internationale Kurzfilmprogramm aus „Preisträgern, Perlen und Premieren“ wird nun im Schikaneder wiederholt - und zwar diesmal ohne Eröffnungsreden. Gewissermaßen Cineasmus in Reinkultur.
Moderation: Marija Milovanovic
Ein einfaches Ereignis

Österreich 2010, 5 min
Regie/Drehbuch/Kamera: Arash T. Riahi | Produktion: Golden Girls Filmproduktion & Filmservices GmbH | Schnitt: Arash T. Riahi, Nela Märki | Musik: Karuan
Die Kamera ist nah an einem Ereignis, das sich den Beobachtenden erst nach und nach entschlüsselt. Doch die Assoziationen, die in den fünf Minuten der thrillerhaften Minitatur hervorgerufen werden, und die Erwartungshaltungen, mit denen Arash T. Riahi im Wissen um die narrativen Codes des Kinos spielt, entlarven mediale Rezeptionsmuster ebenso wie gesellschaftspolitisch eingetrichterte Stereotype. Ein Musterbeispiel für die große Sprengkraft im Kleinen.
Op Hop Hop Op

Kanada 1966, 4 min
Regie: Pierre Hébert | Produktion: National Film Board of Canada (NFB)
Als optische Variationen mit 24 Bildern beschreibt der kanadische Filmemacher Pierre Hébert, in diesem Jahr mit einer Live-Performance zu Gast bei VIS, sein eindrucksvolles Frühwerk, für das er 1967 mit dem „Premier Prix“ in Montréal ausgezeichnet wurde. Die 24 Bilder werden in dem handgemachten Scratch-Film immer wieder neu arrangiert und flickern in allen möglichen Kombinationen über die Leinwand. Das Ergebnis ist ein wechselndes Muster von Ton und Bild, das einen überwältigenden Rhythmus für Augen und Ohren entwickelt.
Diarchia (Diarchy)

Italien 2010, 20 min
Regie/Drehbuch: Ferdinando Cito Filomarino | Produktion: Marco Morabito, Luca Guadagnino, Riccardo Scamarcio | Kamera: Daria D’Antonio | Schnitt: Walter Fasano | Besetzung: Riccardo Scamarcio, Louis Garrel, Alba Rohrwacher
Giano und Luc kennen sich kaum. Sie fahren durch den Wald, suchen Schutz vor dem Regen in Lucs riesiger Villa. Zwischen den beiden jungen Männern herrscht eine gewisse Spannung, sie beginnen spielerisch miteinander zu kämpfen - doch plötzlich geschieht ein Unfall. Ist Giano tot oder nur bewusstlos? Als Lucs Schwester auftaucht, gerät die Situation langsam außer Kontrolle. Intensiv inszeniert, spannungsvoll aufgeladen, schön fotografiert und surreal ausgestattet – Regisseur Ferdinando Cito Filomarino erhielt für seinen Kurzfilm Preise in Locarno und beim Sundance Festival.
Flaschko, der Mann in der Heizdecke (Episode 1)

Österreich 2002, 3 min
Regie/Drehbuch: Nicolas Mahler | Produktion/Kamera: Thomas Renoldner | Animation: Sabine Groschup | Musik: José Parrondo | Ton: Andi Haller | Sprecher: Ronnie „Rocket“ Urini, Hilli Reschl
Die Flaschko-Serie bildete vor neun Jahren den Auftakt des animierten Werks von Nicolas Mahler und lief in Wien damals unter anderem im Vorprogramm zu Ghost World und About Schmidt. der weg ist das ziel und das ziel ist sitzen nennt sich die erste Episode, die uns mit dem animierten Mann in der Heizdecke bekannt macht.
Playtime

Kanada 2009, 4 min
Regie/Drehbuch/Produktion/Kamera/Schnitt: Steven Woloshen | Musik: Oscar Peterson
Auch Steven Woloshen ist ein brennender Verehrer des Filmmaterials, am besten in 35mm-Breite, und in seiner Arbeit spiegelt sich deutlich das Interesse für avantgardistische "handmade films" (Len Lye, Norman McLaren) und die Tradition der „visual music“. Man könnte sich durch Playtime, auch durch die Verwendung von Musik von Oskar Peterson, durchaus in die Zeit seiner Vorbilder zurückversetzt fühlen, wären da nicht Einsprengsel medialer Realbilder der Gegenwart und eine durchaus gesteigerte Geschwindigkeit der Schnittfolgen.
Tremblay-en-France

Frankreich 2010, 22 min
Regie: Vincent Vizioz | Drehbuch: Marianne Tardieu, Vincent Vizioz | Produktion: Marie Darel, 4A4 Productions | Kamera: Benjamin Chartier | Schnitt: Marie Pierre Frappier | Besetzung: Jamie Sives, Marie Denarnaud
Um "sie" wiederzusehen, macht sich ein Mann auf den Weg durch das nächtliche Paris, hinaus in den Vorort Tremblay-en-France, wo sie offenbar wohnt. Da er das Ausmaß seiner Reise nicht kennt und die Sprache nicht versteht, entwickelt sich der vermeintliche Spaziergang zu einem kleinen nächtlichen Abenteuer. Tremblay-en-France ist ein ruhiger, starker Film über Freiheit und Entschlossenheit. Gewinner des Grand Prix beim Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand 2011.
Flaschko, der Mann in der Heizdecke (Episode 2)
Österreich 2002, 3 min
Regie/Drehbuch: Nicolas Mahler | Produktion/Kamera: Thomas Renoldner | Animation: Sabine Groschup | Musik: José Parrondo | Ton: Andi Haller | Sprecher: Ronnie „Rocket“ Urini, Hilli Reschl
Die kurzen Flaschko-Animationen gelten heute bereits als Klassiker: 70 internationale Festivals zeigten die Serie, im regulären Kino-Betrieb in Deutschland, der Schweiz und Österreich erfreuten sich mehr als 60.000 Besucher am minimalistischen Stil und lakonischen Humor des Wiener Comic-Zeichners. Grund genug, zum Abschluss auch noch ein zweites „Melodram der sitzenden Art“, die Episode kochende klasse verrecke als Tribute-Teaser zu zeigen.
