Robot Panic Apocalypse - The Science of (Short) Fiction
NEW COMMUNITIES
Termin:Samstag, 28.5.2011, 20:30
Ort:Planetarium Wien
Tickets: 7,50 Euro (Normalpreis) / 5 Euro (ermäßigt) [Ticket-Info]
Kaum ein Genre wird im Kurzfilmbereich so häufig variiert und zelebriert wie jenes der Science Fiction. Die stilistische Bandbreite ist enorm, von raffinierten Hochglanz-Roboterthrillern über dreckige Weltzerstörungsphantasien bis hin zu absurd-sarkastischen Animationsexperimenten findet sich so ziemlich alles – und erfreut sich bei einer großen Community ungebrochener Beliebtheit. Ausgehend von Blomkamps „Alive in Joburg“ und Alvarez‘ „Panic Atack“ begibt sich dieses Programm in eine ungewisse Zukunft, die nicht nur im Planetarium in den Sternen steht…
Kuratierung und Moderation: Daniel Ebner (VIS)

The Gift
USA 2010, 5 min
Regie/Drehbuch: Carl Erik Rinsch | Kamera: Roman Vasyanov | Schnitt: Dayn Williams | Produktion: Margo Maas Geesteranus, Ridley Scott (Philips Cinema, RSA Films) | Ton: Eddie Kim, Rommel Molina | Stunts: Viktor Ivanov | Besetzung: Uday Chandra, Rishabh Sharma
Ein futuristischer Action-Thriller im russischen Winter, in dem sich alles um eine kleine Geschenkbox dreht und die einen Hausroboter auf eine abenteuerliche Flucht schickt. Regisseur Carl Erik Rinsch hat mit seinem Fünfminüter für Philips Cinema, der von Ridley Scott produziert wurde, mehr als nur eine Visitenkarte abgeliefert und wurde dafür auch von der Netzcommunity euphorisch bejubelt. Mittlerweile arbeitet der junge Regisseur bereits für Universal an einem Remake von Creature From The Black Lagoon sowie am Samurai-Epos 47 Ronin mit Keanu Reeves.

Please Say Something
Irland 2010, 10 min
Regie/Drehbuch/Kamera/Schnitt/Produktion: David OReilly | Musik: Bram Miendersma
David OReilly bedient sich der Ästhetik alter Computerspiele, um eine tragische Beziehungskiste der Zukunft zu erzählen: Katze und Maus als unglückliches Liebespaar, ihr Leben gezeichnet von Egozentrismen. Die 23 Mini-Episoden zu je 25 Sekunden sind zur Gänze synthetisch hergestellt, einmal betörend komisch, dann herzzerreißend tragisch, aber immer einzigartig stimmig.

I’m Here
USA 2010, 29 min
Regie/Drehbuch: Spike Jonze | Kamera: Adam Kimmel | Schnitt: Stephen Berger, Eric Zumbrunnen | Produktion: Natalie Farrey, Vincent Landay, Absolut Vodka | Musik: Sam Spiegel | Besetzung: Andrew Garfield, Sienna Guillory, Annie Hardy
Die Geschichte zweier Retro-Roboter in der Zukunft, die sich in Los Angeles kennen- und lieben lernen: Der stille und einsame Bibliotheksroboter Sheldon trifft die kreative und frei denkende Roboterdame Francesca – und vergisst aufgrund seiner unendlichen Liebe für sie schließlich völlig auf sich selbst. Die Art und Weise, wie Regisseur
Spike Jonze die Beziehung zwischen den beiden konträren Wesen inszeniert, ist melancholisch, sympathisch und einfach wunderschön anzusehen.

Field Notes from Dimension X: Oasis
USA 2009, 5 min
Regie/Drehbuch/Animation: Carson D. Mell | Stimme: Tom Kostan
Beim Festival von Sundance ist Carson Mell Stammgast – und mit seinem jüngsten Werk, einem animierten Kurzfilm in 2D vor fotografierten Hintergründen, widmet er sich der bizarren Lebensgeschichte von Captain Fred T. Rogard. Dieser blickt im Voice-Over auf seine Fehler zurück, die ihn die Dimension X geführt haben, wo es nichts zu tun gibt, außer außerirdische Schalentiere zu essen und nachzudenken. Ein vielversprechender Auftakt zu einer absurden, satirisch-kontemplativen SciFi-Serie.

Alive in Joburg
Kanada/Südafrika 2005, 6 min
Regie/Drehbuch/Schnitt: Neill Blomkamp | Kamera: Ozan Biron, Trevor Cawood | Produktion: Sharlto Copley, Simon Hansen, Carlo Trulli (Spy Films) | Ton: Francois Lafleur | Musik: Drazen Bosnjak, Clinton Shorter | Special Effects: Sarah Bergeest, Neill Blomkamp | Besetzung: Dawie Ackermann, Jason Cope, Sharlto Copley, u.a.
Alive in Joburg ist vielleicht das bekannteste Beispiel eines erfolgreichen Science-Fiction-Kurzfilms, der schließlich - als District 9 - vom selben Regisseur auch als (von Peter Jackson produzierter) Langfilm verwirklicht wurde. Johannesburg ist darin ein Wohnort für außerirdische Flüchtlinge, in dokumentarischem Stil werden die Spannungen zwischen den Einheimischen und den neuen Mitbewohnern thematisiert – und dabei subversiv auch Themen wie Rassismus und Diskriminierung verhandelt. Regisseur Neill Blomkamp, der nicht zuletzt auch für die visuellen Effekte verantwortlich zeichnete, gelang mit seinem Sechsminüter ein kleines, retrofuturistisches Meisterwerk.

Ataque de Pánico! (Panic Attack)
Uruguay 2009, 5 min
Regie/Schnitt: Federico Alvarez | Drehbuch: Federico Alvarez, Rodolfo Sayagues | Kamera: Pedro Luque | Produktion: Federico Alvarez, Emiliano Mazza | Musik: Rodrigo Gomez | Besetzung: Diego Garrido, Pedro Luque, Rodolfo Sayagues
Vielleicht eine der bekanntesten Independent-Produktionen im Kurzfilmbereich: Mit einem Mini-Budget lässt Fede Alvarez riesige Roboter Montevideo dem Erdboden gleich machen. Die Invasion ist von Special-Effects-Seite beeindruckend gemacht, der Score von “28 Days Later” passt perfekt – und die digitale Visitenkarte machte in Blogs dermaßen Eindruck, dass Alvarez nun vor seinem Hollywood-Debüt steht.
