VIS Music Video Winners
presented by TBA
NEW COMMUNITIES
Termin:Sonntag, 29.5.2011, 21:00
Ort:Schikaneder
Tickets: 7,50 Euro (Normalpreis) / 5 Euro (ermäßigt) [Ticket-Info]
Tolle Musiker, die den Mut haben ihre Musik interessanten visuellen Künstlern anzuvertrauen, bewegen sich in sehr spannenden Zwischenbereichen der Kunst und des Marketings. Es ist wunderbar jedes mal wieder ein Musikvideo zu entdecken, das für Feists oder Björks Musik gemacht wurde – und es schafft der Musik eine neue Ebene hinzuzufügen. Junge, experimentierfreudige Bands haben diese Möglichkeiten und vielleicht nicht nur die für das Publikum wirksame, sondern auch die für sie selbst interessanten Erlebnisse im audiovisuellen Zusammenspiel entdeckt. In diesem Programm sind Arbeiten für OK Go, Metronomy, Dorian Concept oder auch Trentemoeller zu finden, deren Musik und Charakter wunderbar in den den Videos gespiegelt wird.
Keine einfache Aufgabe hatten wir uns da ausgedacht: Eine teils Community- und User-generierte Plattform für diese Videos aufzubauen, die temporär ein Ort für eben jene Spiele mit dem Audiovisuellen, neuen Formen der Erzählung mit Musik und auch Umsetzungen der Rhythmen der MusikerInnen darstellt. Die wichtigste Arbeit eines Festivals ist es, Programme zusammenzustellen, Filme auszuwählen und zu kuratieren, umso mehr Mut bedarf es die Inhalte vom potenziellen Publikum generieren zu lassen. Diesen Mut haben wir uns erlaubt – aber ganz klar ist nun auch eine durchmischt selektierte Auswahl dabei rausgekommen. Genau lässt es sich nicht sagen, aber es wurden auf Facebook bei unserem zweiwöchigen Musikvideo-Voting im März um die 400 Videos gepostet – einige davon mehrmals, einige mit beachtlich vielen Likes und andere völlig ignoriert. Diese Auswahl ist nun aus diesen Postings generiert mit Augenmerk auf die Likes und Dislikes sowie unsere und TBAs Favourites, die aufgefallen sind!
Kuratiert von Wiktoria Pelzer und TBA.
Gesamtfilmlänge: 65 min
Frontier Psychiatrist
USA 2001, 4 min
Regie: Tom Kuntz, Mike Maguire | Musik: The Avalanches
Eine Bühne für das Video, für die Darstellung des Wahnsinns und der Collage. In Frontier Psychiatrist bekommen wir alles – den wahnsinnigen Doktor, die Burlesque und eine Grammatik der Überforderung.
Here It Goes Again
USA 2006, 3 min
Regie: Ok Go | Musik: Ok Go
Der Klassiker der DiY-Choreographie! Ok Go treten mit ihrem ersten Video einen Hype los: Dilettantismus in seiner Höchstform und was für eine Verbindung – singende Männer, Laufbänder und Goldfolie.
Cash In My Pocket
UK 2009, 4 min
Regie: N.K. | Musik: Wiley
Aufruf an die Fangemeinde: Hier ist der Song – es fehlt nur noch das Video! Dieses klappte ganz wunderbar - und das man beim Arbeiten ab und zu darüber nachdenken kann, wie viel Geld noch im Börsel ist – ist doch naheliegend, oder? Ein cooler Song und ein noch cooleres Video – denn wollen wir nicht alle ein bisschen cash in the hand?
A Thing For Me
UK 2008, 3 min
Regie: Megaforce | Musik: Metronomy
Metronomy sind hip. Nicht nur wegen ihrer Musik, sie legen auch vor was die visuelle Umsetzung ihrer Musik angeht. Von farbexplosiven Werken und One-Take Wundern bis zu dieser Karaoke-Persiflage, es ist noch viel zu erwarten – und Spaß macht es allemal!
Memory
Österreich 2009, 5 min
Regie: Michael Kren, Mirjam Baker | Musik: Zoot Woman
Memory ist das zweite Musikvideo, das Mirjam Baker und Michael Kren für die britische Band „Zoot Woman“ produzierten. Rotoskoptierte Animation und Realfilm fügen sich zur Geschichte eines Mannes, der einer gescheiterten Beziehung nachtrauert. Und die Bildebene bildet auch die ideale Entsprechung für den melancholischen Elektropopsong.
1234
Kanada 2007, 3 min
Regie: Patrick Daughters | Musik: Feist
Ein Fest der Farbe im engen Ganzkörperanzug. Feist tanzt, hüpft und singt „1234“ zusammen mit einer Gruppe bunt gekleideter Menschen – klingt banal, ist aber einfach nur lebensfroh, schön und zum Mitsingen!
Grindin'
Niederlande 2010, 3 min
Regie: Rogier van der Zwaag | Musik: Nobody Beats the Drum
Die analoge Antwort auf das digitale Pulsieren und Wummern von Farben und Formen im Elektro-Musikvideo. Rogier van der Zwaag schafft es eine perfekte Illusion von raumloser Fläche zu schaffen – um am Ende den Raum zurückzuholen. Faszinierende Kleinstarbeit!
Moan
Dänemark/Deutschland 2007, 4 min
Regie: Niels Gråbøl, Ulrik Crone | Musik: Trentemoeller
Eine traurige Hommage an Laika, den ersten Hund im Weltall – Laika singt ihr letztes Lied in der Todesrakete, mit den tragenden Worten und der melancholischen Melodie von Trentemoeller. Wunderschön und zum Abheben, gepostet zum Thema „Performancevideo“.
All Is Full of Love
UK 1999, 4 min
Regie: Chris Cunningham | Musik: Björk
Dieses Video ist ein immer wiederkehrender Klassiker – Chris Cunninghams und Björks meisterliche Kollaboration beeindruckt immer wieder. Die Cleanness des Raums, den Cunningham entwirft, und die Verbindung der Sehnsucht nach einer Verbindung von mechanischem und einem Gefühl, oder gar Liebe. Wunderschön nachempfunden in dieser schwebenden Metapher.
Signatune
UK 2007, 5 min
Regie: Romain Gavras | Musik: DJ Mehdi
Romain Gavras, das enfant terrible der Musikvideo-Szene, hat zuletzt mit seinem brutalen Video zu M.I.A.s Born Free für Aufsehen gesorgt. Signatune für DJ Mehdi, eines seiner ersten Videos, hat die Kraft einer genauen Milieustudie, großartige Schauspieler und einen erschreckenden Realismus. Und es braucht keine Handgranaten um zu beeindrucken oder zu schockieren.
Paradise Circus
UK 2009, 5 min
Regie: Toby Dye | Musik: Massive Attack
Aus dem Nähkästchen einer Pornodarstellerin geplaudert: So inszeniert Toby Dye das neue Video für Massive Attacks Paradise Circus. Sogar die Bild Zeitung scheint schockiert: „Massive Attack schockt mit Sex-Video.“ betiteln sie, die User und wir finden: absolut sehenswert!
Bombay
Spanien 2010, 6 min
Regie: Marc Gómez del Moral | Musik: El Guincho
Sowohl Alexei Dmitriev vom MUSEEK Festival in St. Petersburg als auch weitere User haben dieses strange Juwel zu Tage gebracht. Ein bisschen Godards Weekend und ein bisschen Amazonenstreifen, aber auch ganz modern und ganz wichtig: den weiblichen Körper liebend.
70 Million
Frankreich 2010, 3 min
Regie: David Freymond | Musik: Hold Your Horses
Das im Posting völlig ignorierte Video ist völlig zu unrecht so untergegangen! Der Regisseur entwirft mit der Band „Hold Your Horses“ bedeutende Gemälde neu und macht sie lebendig.
When I Grow Up
Schweden 2010, 4 min
Regie: Martin de Thurah | Musik: Fever Ray
Fever Ray hat hier eindeutig die Nase vorne: die meisten Likes für dieses Video auf der Facebook-Plattform! Das Video lässt den Zuschauer in einer undefinierbaren Beobachter-Position, eine unwohle Stimmung von Suspense – und man weiß bis zu Ende nicht welch seltsames Wesen sich da am Swimmingpool windet.
Rusty Nails
Deutschland 2009, 56 min
Regie: Pfadfinderei Bpitch Control | Musik: Moderat
Die Pfadfinderei beweist sich mal wieder als Visual-Kollektiv der Sonderklasse. Die Aufnahmen für Moderats „Rusty Nails“ bewegen sich zwischen Hochglanzmagazin - Grafik und Photographie – sowie seltsamen Symboliken und Metaphern. Der menschliche Körper spielt hierbei die Hauptrolle.
Sick Shit
Österreich 2010, 2 min
Regie: Hubert Wedel, Pierre-Henri Kommer | Musik: Black Shampoo
Kranker Scheiß in schwarz-weiß: Ein rhythmisch perfekt animiertes und wunderbar schräges Musikvideo der Wiener Band „Black Shampoo“, die sich dem 21st Centruy Rock'n'Roll verschrieben hat. Spektakel!! Rock'n'Roll!!!
Trilingual Dance Sexperience
Österreich 2010, 3 min
Regie: Gerhard Senz | Musik: Dorian Concept
Found Footage aus Österreich – auf den ersten Blick ja nichts Neues, aber dieses hier ist Anders! Gerhard Senz setzt Szenen des Wohnzimmer-, Hochzeits-, Grill-, und Spontantanzes von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen zusammen, auf Super-8-Material gebannt – und der Zuschauer möchte selbst mitshaken!



