6.6. - 10.6.2012

Österreich-Wettbewerb 1

NATIONALER WETTBEWERB

Tickets: 7,50 Euro (Normalpreis) / 5 Euro (ermäßigt) [Ticket-Info]

 

Diese Veranstaltung ist ausreserviert. Restkarten sind an der Abendkassa erhältlich.

 

Vom nüchternen Blick auf ein Dorf in weiter Ferne bis hin zum pompös inszenierten Landhaus und dem sich darin abspielenden Drama bewegt sich das erste Wettbewerbsprogramm über Stock und Stein, schlängelt sich zwischen Kind und Hund und Kirchenglocken in die Stadt hinein, wo wir auf wilde Verfolgungsjagden und statische Touristen treffen.  Ein Berlinale-Wettbewerbsbeitrag, drei Welturaufführungen, ein faszinierendes Internet-Experiment und einige eigenwillige Filmakademie-Arbeiten treffen hier in 78 anregenden bis dramatischen Minuten aufeinander.

Gesamtfilmlänge: 78 min

 

Special am Anfang: Premiere des video&filmtage-Trailers 2011 (www.videoundfilmtage.at), gestaltet von Lisa Weber, der Gewinnerin des Österreich-Wettbewerbs bei VIS 2010.

 

Stick Climbing

Österreich/Schweiz 2010, 14 min
Regie/Drehbuch/Produktion: Daniel Zimmermann | Kamera: Andreas Hasenöhrl, Bernhard Braunstein, Andreas Kreimeier, Raoul Schmitz, Harald Höllwöger | Schnitt: Bernhard Braunstein | Ton: Daniel Fritz, Bernhard Braunstein | Sound Design: Daniel Fritz
Eine Reise von der Möglichkeit in die Unmöglichkeit: Was mit einem beschaulichen Spaziergang durch ein idyllisches Dorf beginnt, führt in diesem performativen Film von Daniel Zimmermann nur kurz darauf zu einer bizarren Klettertour an einer senkrechten Gebirgswand. Aus der Perspektive des unsichtbaren, aber immer heftiger atmenden Kletterers erleben wir den Aufstieg mit – bis oben schließlich der Blick zurück erfolgt, in die Ewigkeit.

 

Ein Kind entsteht

Österreich 2010, 7 min
Regie/Drehbuch/Schnitt: Clara Stern | Produktion: Rudi Takacs | Kamera: Andreas Schiessler
„Die Schwangerschaft ist ein natürlicher Vorgang. Sie dient der Erhaltung der Art. Den gewaltigen Anforderungen ist die Frau gewachsen.“ Die sanft-lehrende Stimme erzählt von der Entstehung neuen Lebens und der Rolle der Frau, als Vorlage dient die „Hohe Schule der Gattenliebe“ aus dem Jahr 1949. Die Bildebene, auf der wir dem Zusammenbau einer lebensechten Babypuppe beiwohnen, läuft nur scheinbar parallel, korreliert aber teilweise auf höchst absurde Weise mit dem Text.

 

RaumZeitHund

Österreich 2010, 6 min
Regie/Schnitt: Nikolaus Eckhard | Kamera: Anna Manhardt, Mark Gerstorfer | Licht: Harald Traindl, Severin Fiala, Johann Lurf
Ein brauner, dicklicher Hund am Laufband, als Crash-Test-Dummy markiert und für ein Experiment in der Tradition von Eadweard Muybridges berühmten Fotoserien eingespannt: Wo einst der pferdliche Bewegungsablauf entschlüsselt und fotografische Pionierarbeit geleistet wurde, begibt sich Eckhard mit seinen 150 Einzelbildern pro Sekunde auf ironisches Terrain. Mathematisch gerastert, geraten die Bilder ins Ruckeln – bis auch sein Testobjekt am Ende zu schweben beginnt.

 

The Streets of the Invisibles

Österreich 2010, 11 min
Regie: Remo Rauscher | Produktion: Anna Spitzbart
Google Street View, Earth und Maps sind in gewisser Weise die Hauptdarsteller dieses extravaganten und innovativen „Sound Footage“-Krimis. Mit dem originalen Tonmaterial der Serie „The Streets of San Francisco“ als narrativem Vehikel generiert Remo Rauscher digitale Kulissen und virtuelle Verfolgungsjagden, die ob ihres Einfallsreichtums immer wieder verblüffen. Und dazu gibt’s ein Wiederhören mit den unsichtbaren Karl Malden und Michael Douglas.

 

you/rr/atio

Österreich 2009, 5 min
Regie/Drehbuch/Produktion/Schnitt/Musik: Thomas Wagensommerer
Ein völlig durchkomponiertes Werk, das Werten und Zahlen folgt, die Raum beschreiben können. Wagensommerer verwendet diese Daten weiter, um den Raum zu abstrahieren und abstrakt visuell umzusetzen. Wie in mathematischen Formeln scheinen die Linien und Flächen Logiken zu folgen, die mit dem bloßen Auge nur als Rhythmus der Bilder und Störeffekte zu erkennen sind. Alles in diesem System scheint berechenbar und proportionierbar.

 

Violetta Parisini – Favourite Friend

Österreich 2011, 5 min
Regie/Kamera: Joe Berger | Drehbuch: Violetta Parisini | Produktion: Joe Berger, Violetta Parisini | Schnitt: Karin Hammer | Musik: Violetta Parisini
Das Video soll die Essenz des Songs ausdrücken: dass Gefühle fragil und flüchtig sind, sich innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde ändern können und trotzdem in dem Moment, in dem sie gespürt und ausgedrückt werden, gültig sind als das, was sie sind: der authentische Ausdruck eines inneren Zustandes. (Produktionsmitteilung)

 

Die und der von da und dort

Österreich 2011, 7 min
Regie/Produktion/Schnitt: Lisa Weber | Kamera: Steven Swirko
Touristen stellen sich vor Wiener Sehenswürdigkeiten in Pose, alleine oder zu zweit, dann in der Gruppe. Die Gesichtsausdrücke sind meist ähnlich, doch Lisa Weber macht keine Fotos, sondern filmt Momentaufnahmen: Zu den stummen Bildern erzählt die Vorjahresgewinnerin des Österreichischen Kurzfilmpreises ihre eigenen Assoziationen, als wären es die Gedanken der Menschen vor der Kamera – zart-nachdenkliche Hirngespinste, die immer auch irgendwie wahr sein könnten.

 

silence

Österreich/Deutschland 2010, 4 min
Regie/Drehbuch/Produktion/Schnitt/Musik: Karø Goldt
Wie ein Vorhang wirken die schlingernden Vertikalstreifen, bemüht einen Anblick zu verschleiern, der möglicherweise sehr unangenehm wäre, vielleicht direkt aus einem Film von Martin Scorsese stammen könnte. Die visuelle Abstraktion ruft zahlreiche narrative Assoziationen hervor, und die Kirchenglocken im Hintergrund erzeugen ausreichend emotionale Projektionsflächen, um den Film von Karø Goldt wie einen melancholisch angehauchten Thriller zu erleben.

 

Foal

Österreich 2011, 16 min
Regie/Drehbuch: Christoph Rainer | Produktion: Florian Krügel | Kamera: Georg Geutebrück | Schnitt: Fabian Rüdisser | Musik: Max Richter | Besetzung: Lisa Hagmeister, Thomas Mraz, Barbara Petritsch
Ein erhabenes Landhaus steht im Zentrum des jüngsten düsteren Genre-Streichs von Christoph Rainer. Was sich hinter den Mauern dieses Hauses abspielt, teils lustvoll angedeutet, teils bildgewaltig inszeniert, ist ein klassisches Familiendrama, das Hollywood zur Ehre gereichen würde. Die Geburt des ersten Kindes erzeugt erste Risse im vermeintlichen Familienglück, das schreiende Orchester geleitet schließlich in ein fatales Ende. Uraufführung mit Gänsehautgarantie.

 

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