Fiction and Documentary 5
INTERNATIONALER WETTBEWERB
Termin:Dienstag, 31.5.2011, 22:00
Ort:Metro Kino
Tickets: 7,50 Euro (Normalpreis) / 5 Euro (ermäßigt) [Ticket-Info]
Es kommt wohl des Öfteren vor, dass Fragen, die an andere gestellt werden, eigentlich mehr an einen selbst gerichtet sind. Und mit einigen Antworten, die dabei herauskommen, muss man/frau erst einmal umgehen können. Im schwierigen Feld zwischen Freiheit, Selbstbestimmung und Identität korrespondieren die sechs Filme aus Deutschland, Belgien, Georgien, Israel, Iran und China im fünften Wettbewerbsprogramm – manchmal eindringlich und nachdenklich, dann wieder emotional oder auch spannungsgeladen und politisch.
Gesamtfilmlänge: 104 min
Fragen an meinen Vater (Questions to my Father)

Deutschland 2011, 12 min
Regie/Drehbuch/Produktion/Schnitt: Konrad Mühe | Besetzung: Ulrich Mühe
Ein Footage-Werk der besonderen Art. Konrad Mühe montiert Filmauftritte seines verstorbenen Vaters Ulrich Mühe strukturiert und durchdacht aneinander, sodass sich daraus ein sehr persönlicher und emotionaler Dialog zwischen Vater und Sohn ergibt. Eindringlich werden hier Facetten wie auch Defizite der Vater-Sohn-Beziehung ausgebreitet und Abschied genommen.
Pour toi je ferai bataille (For You I Will Fight)

Belgien 2010, 21 min
Regie/Drehbuch: Rachel Lang | Produktion: Annette Wauthoz | Kamera: Fiona Braillon | Schnitt: Adeline Nonat | Besetzung: Salomé Richard, Sarah Gilman, Eloïse Genet, Marina Djafar
Den emotionalen Irrungen und Wirrungen der Adoleszenz geschuldete Haltlosigkeit lässt die junge Ana eine ungewöhnliche Entscheidung treffen: für den Militärdienst. Trotz des rauen Tons, der Erniedrigung und ähnlich Fragwürdigem, das die Grundausbildung mit sich bringt, scheint sie hier in gewisser Weise das zu finden, wonach sie sich sehnt.
Aprilis Suskhi (The April Chill)

Georgien 2010, 15 min
Regie/Drehbuch: Tornike Bziava | Produktion: Russudan Glurjidze | Kamera: Goga Devdariani | Schnitt: Alexander Kuranov, Tornike Bziava | Musik: Tamara Jordania | Besetzung: Malkhaz Jorbenadze, Mirian Garuchava, Rezo Chanishvili
Georgien, am 9. April 1989. Polizeigewalt an Demonstranten. Schlagstöcke und Schaufeln prasseln auf ungeschützte Körper und Köpfe ein. Menschen sterben. Genosse Petrovich ist ganz vorne mit dabei. Ferne Musik erregt seine Neugierde und er löst sich von der Gruppe, um der Sache auf den Grund zu gehen. Ein Ballett tanzender Junge wird ihn zum Zweifeln bringen.
Susya

Israel/Palästinensische Gebiete 2010, 15 min
Regie/Drehbuch/Produktion/Schnitt: Dani Rosenberg, Yoav Gross | Kamera: Dani Rosenberg
Der unprätentiöse Dokumentarfilm der beiden israelischen Regisseure Dani Rosenberg und Yoav Gross führt in eine aufgelöste palästinensische Siedlung, die heute eine jüdische Ausgrabungsstätte ist und besichtigt werden kann. Beim Kauf eines Tickets ist sie für jeden zugänglich, sollte man meinen. Doch zwei Palästinenser, die an dem Ort ihren Wurzeln auf den Grund gehen, sind nicht wirklich erwünscht. Kontrovers, provokant und absurd verläuft der kleine Konflikt, der auch die Spannungen im Großen wiederspiegelt.
Az Bad Beporsid (Ask the Wind)

Iran 2009, 13 min
Regie/Drehbuch: Batin Ghobadi | Produktion: Dogan Yildiz | Kamera: Bahman Nadiab | Schnitt: Hayedeh Safiyari | Musik: Mahdar Aghajani | Besetzung: Nasrin Shojaei, Zahra Mirdad, Samad Farhang, Aghdas Kaji
Vom Schulausflug zum Mordverdacht: Die junge Narges wird zur Hauptverdächtigen, schließlich hat eine Zeugin sie in der Nähe des Toten gesehen. Die iranische Regisseurin Batin Ghobadi schuf nicht nur einen spannenden Krimi, sondern wagt auch eine beeindruckend subversive Kritik an gesellschaftlichen Konventionen - unter anderem anhand der Kleidungstradition.
Crimson Jade

China 2010, 28 min
Regie/Drehbuch/Kamera/Schnitt: King Wai Cheung
Die junge Jade ist demoralisiert, konsumiert Drogen und möchte abtreiben. Aus der Luft gegriffen ist diese Geschichte kaum. Der Film erzählt mit Akribie und Ruhe von einem Mädchen in der Anonymität der dicht besiedelten Vorstadt. Verstörend und begeisternd zugleich, faszinieren nicht zuletzt die eigenwillige Ästhetik und der unheimliche Gestaltungswille. Alles grün?
