6.6. - 10.6.2012

Liegekino

SPECIAL

Termin: Montag, 31.5.2010, 20:00 + 21:15 + 22:30
Ort: Salon Projektionist

 

Viel Musik erwartet das Publikum beim Liegekino, doch getanzt werden muss später. Die Leinwand wechselt von der Vertikalen in die Horizontale, die Projektion richtet sich senkrecht nach oben – und das (größtenteils animierte) Musikvideoprogramm darf im Liegen (auf Luftmatratzen) genossen werden. Auf der Decke tun sich facettenreiche Welten auf; von bunten Bildgewittern bis hin zu teils grotesken, teils melancholischen Traumszenarien fehlt es an nichts, um die Emotionen auf eine eindrucksvolle Reise zu schicken. Und das Publikum entscheidet am Ende über den/die PreisträgerIn des Hoanzl Airbed Movie Audience Awards.

Gesamtlänge des Filmprogramms: 65 min

 

Gnarls Barkley: Who's Gonna Save My Soul

USA 2008, 3 min, Digital
Regie: Chris Milk | Produktion: Anne Johnson | Kamera: Danny Hiele | Schnitt: Livio Sanchez | Musik: Gnarls Barkley | Besetzung: Asha Davis, Jorma Taconne
Ein rausgerissenes, verschenktes Herz für einen Menschen, der es nicht will und dessen Realität man nicht mehr begreifen kann. Bildlicher und gleichsam humorvoller wurden die Metaphern einer Trennung wohl selten dargestellt. Herzschmerz pur!

 

Vania and the Master: Forget

Deutschland 2009, 4 min, Digital
Regie: Michael Fragstein | Drehbuch: Michael Fragstein, Vania Oliviera | Produktion: Büro Achter April | Musik: Vania and the Master | Schnitt: Michael Fragstein, Moritz Reichartz
„I don’t mind if you forget about me“: Symbolträchtiges Spiel mit den Songinhalten in einem abstrakt grafischen, schwarz-weißen Mikrokosmos. Die an Ketten tanzenden Kaulquappen-Bälle werden da auch schon mal haarsträubend mit dem Rasenmäher bearbeitet.

 

Gunter Adler: Scheppertones

Deutschland 2009, 4 min, DigiBeta, HD
Regie/Drehbuch/Produktion/Schnitt:Deveroe Aurel Langston | Musik: Gunter Adler
Wie ein Blick durch das Mikroskop: Das flackernde monochromatische Formenspiel aus Kreisen und organisch anmutenden Rastern unterstreicht die Klänge und akzentuiert den simulierten Fall durch die gewebegleiche Struktur zu einem sinnlichen Erlebnis.

 

The New Pornographers: Myriad Harbour

Kanada 2008, 4 min, Digital
Regie/Produktion/Schnitt: Fluorescent Hill | Original Musik: The New Pornographers
Ein poppiges Musikvideo, das einfach Spaß macht: Aus den Haaren wachsen bunte Köpfe, die den Chor um den Sänger bilden. Signalfarben dominieren die surreale Welt um die bärtigen Figuren. In diesem Universum haben Friseure keinen leichten Stand.

 

The Herbaliser: Wirus

Polen 2009, 5min, BetaSP
Regie/Drehbuch/Schnitt: Robert Proch | Produktion: Academy of Fine Arts in Poznań | Musik: The Herbaliser
In der comicartigen Stadt treibt des Nächtens ein Virus sein Unwesen, das sich immer schneller ausbreitet und dabei schleichend alles unterwandert. Eine moderne Großstadtsymphonie aus Farben und Graffiti, stark am Puls der Zeit und hoch ansteckend!

 

DDay One: Omega Point

Frankreich/Österreich 2009, 3 min, HD
Regie/Produktion/Drehbuch/Kamera/Schnitt: Markus Oberndorfer | Original Musik: dday one
Unermüdlich verschlucken die Wellen die Bunker an der Atlantikküste, um sie gleich danach wieder freizugeben. Ein rhythmischer Fotofilm, der sich mit den Ruinen und deren Verschwinden beschäftigt. Und ein Kreislauf, der sein Ende wohl erst am Omega Point finden wird.

 

Union of Knives: Press that Down

UK 2009, 4 min, Digital
Regie/Produktion/Schnitt: Craig Wilson | Musik: Union of Knives
Kampfflugzeuge, Panzer, Fliegerbomben, Heeressport: Die verfremdeten Found-Footage-Bilder hämmern wie bunte Artilleriesalven auf uns ein – doch wo anfangs mit der Ästhetik des Krieges geliebäugelt wird, erzeugt der persiflierende Comic-Stil schnell die nötige Distanz.

 

Stereo Total: Divines Handtasche

Deutschland 2009, 3 min, DigiBeta, HD
Regie/Produktion/Drehbuch/Schnitt: Linda Horn | Musik: Stereo Total
Von Haarspray, Silikon und einem Radio bis hin zu Vaseline, Gin und Zwieback findet in der Handtasche der amerikanischen Drag-Queen Divine so allerhand Platz. Das trashig-flashige Musikvideo lässt bei der Aufzählung wirklich kaum eine Skurrilität aus.

 

Ignatus: Dans l'herbe (In the Grass)

Frankreich 2009, 4 min, BetaSP, Digi-Beta, HD
Regie/Drehbuch/Kamera/Schnitt:Olivier Martin | Produktion: Jérome Rousseaux | Original Musik: Jérome Rousseaux ''ignatus"
Liebevolle Bleistiftzeichnungen im Tagebuch erwachen zum Leben, mal das Gesicht des Sängers, mal kopulierende Marienkäfer. Oder einfach nur das Öffnen eines Hosenschlitzes, welches uns unweigerlich zur Lieblingsbeschäftigung mitten im Gras führt…

 

Dust Covered Carpet: Guitar String Marked Fingerprints

Österreich 2010, 3 min, Beta-SP, MiniDV
Regie/Drehbuch/Produktion/Kamera: Katharina Pfiel, Marlene Rudy, Andreea Jebelean, Barbara Wilding, Volker Buchgraber, Dominik Hartl | Schnitt: Dominik Hartl | Musik: Dust Covered Carpet
Eine dystopische Stimmung, blutig-roter Regen, Tiere, die ihre Haut retten wollen – und dazu ein Song, der lange nicht aus dem Kopf geht. Verschiedenste Materialien und Animations-Stile unterstreichen die natürliche und künstlerische Diversität. Mitreißend.

 

ARBEIT: Maria durch ein Dornwald ging (Mary wanders through the Thorn)

Deutschland 2008, 4 min, 35 mm
Regie/Drehbuch/Schnitt: Frauke Striegnitz | Produktion: Frauke Striegnitz, Kunsthoschule Kassel | Original Musik: ARBEIT, Marcel Daemgen
Puppenartige Babys, auf Dornen aufgespießt und hinter Stacheldraht eingesperrt, bis sie schließlich zum Himmel aufsteigen und wohl ihre Erlösung finden. Ein bizarrer und finsterer Albtraum, dem man sich nur schwer entziehen kann. Beängstigend.

 

Apparat: 2,5 MGO

Deutschland 2009, 4 min, DigiBeta
Regie/Produktion/Drehbuch/Kamera/Schnitt: Gerhard Funk | Musik: Apparat (Sascha Ring)
Der Rhythmus dirigiert die Welt. Der Himmel mit seinem Wolkenkleid gehorcht nicht mehr den Gesetzen der Zeit, er tanzt zur Musik. Die Werbefahnen verzichten auf den Wind, sie werden von den Bässen in die Luft erhoben. Ein wunderbares Beispiel für Musik in Bildern.

 

Shabcheragh (Flare)

Iran 2010, 5 min, HD
Regie: Hamideh Razavi | Produktion: Mehrdad Tabatabai | Kamera: Hamid Ahmid Ara | Schnitt: Pooya Parsamagham
Die stets aus dem Fokus gehaltenen Lichtflecken nächtlicher Stadtaufnahmen, gekonnt aneinander montiert, verwachsen kaum merklich mit der Musik. Das abstrakte Video vermittelt das Gefühl einer fast schon melancholisch schönen Stadtrundfahrt bei Nacht.

 

Ethav: Sleep

UK 2009, 4 min, DigiBeta
Regie: Tibor Banoczki, Sarolta Szabo | Produktion/Kamera/Schnitt: DOMESTIC INFELICITY | Original Musik: ETHAV
Zeppeline an Leinen, Wasserhähne, die aus dem Himmel ragen, eine teils unterirdische, teils schwindelerregende Phantasiewelt, zumeist in ein Grau gebettet, das auch gerne mal ins Schwarz abdriftet. Und der düstere Wunsch: „Take me away from this world.“

 

Basement Jaxx: Where's Your Head At

UK/Deutschland 2009, 6 min, HD
Regie/Produktion/Drehbuch/Schnitt: Max Hattler | Original Musik: Basement Jaxx
Ein Raster aus gleich großen Quadern, die passend zu den Beats beleuchtet oder animiert werden. Durch die zumeist zweidimensionale Optik entsteht ein typischer 80er-Jahre-Look, der von Analogien zu frühen Computerspielen noch unterstrichen wird. „Where’s your head at?!“

 

Das Liegekino findet heuer erstmals in Kooperation mit dem Salon Projektionist statt. Die VJ- und VisualistInnen-Szene präsentiert sich dort in neuem Kontext abseits der Clubs; sie will ihre Kunst nicht länger nur als Beiwerk zur Musik verstanden wissen. Vjing, Projektionsdesign, Video Stills sowie analoge und digitale Formate sind die zentralen Inhalte der präsentierten Arbeiten. Der Salon Projektionist ist ein Projekt von 4youreye/eye|con.