Eröffnung VIS 2010
Mit aktuellen Preisträgerfilmen und großen Premieren wartet VIS in diesem Jahr zur Eröffnung auf. Mit Logorama jagt der animierte französische Oscar-Gewinner über die große Leinwand des Gartenbaukinos, mit Händelse vid bank (Zwischenfall vor einer Bank) und Believe sind die Gewinner des Goldenen Bären (Berlin) und des Goldenen Leoparden (Locarno) zum ersten Mal in Österreich zu sehen. Zwei vielfach prämierte Klassiker und eine deutsch-österreichische Weltpremiere komplettieren das Auftaktprogramm. Und im Anschluss wird das Elektronik-Duo Kilo gemeinsam mit Bljak das Kinofoyer alias philiale einnehmen.
Moderation: Robert Buchschwenter

Die Karatetiger
Österreich/Deutschland 2007-2009, 3 min, 35 mm
Regie: Florian Wrobel
Ein subtil-ironisches Spiel mit Erwartungshaltungen und eine kleine Hommage an das Hongkong-Kino: Eine asiatische Frau tanzt schaukämpfend vor der Kamera, die Musik verrät Dramatik. Florian Wrobels Arbeit ist Found Footage im doppelten Wortsinn: erst das gefundene Filmmaterial, dann der Fund des verloren geglaubten Werks. Und die Kratzer ziehen sich wie schwarze Furchen durch das Cinemascope-Bild. Eine Augenweide.

Logorama
Frankreich 2009, 16 min, 35 mm
Regie/Drehbuch: H5 (François Alaux, Hervé de Crécy, Ludovic Houplain) | Produktionsleitung: Nicolas Schmerkin | Produktion: Stéphane Kooshmanian (Addict), Maurice Prost (Mikros), Nicolas Schmerkin (Autour de Minuit) | Ko-Produktion: Sandrine Demonte | Schnitt: Sam Danesi, Stephen Berger | Musik: Human Worldwide
Der in Frankreich nicht zuletzt wegen der prominenten Sprecher bereits lange vor der Oscar-Prämierung als „Kult“ gehandelte Film besticht durch eine Grundidee, die nur im Bereich der Animation so umsetzbar ist. Sämtliche Akteure und Objekte in der Action-Crime- und Weltuntergangs-Parodie treten als Logos international bekannter Marken auf. Eine fantastische Persiflage auf Hollywood und die US-Konsumkultur.

Clocks
Deutschland 1995, 7 min
Regie: Kirsten Winter | Musik: Elena Kats-Cherin
Ein abstrakter Einblick in das (Arbeits-)Leben der Pianistin Elena Kats-Cherin auf Basis eines von ihr komponierten Stücks für Orchester und elektronische Klänge. Kirsten Winter ließ sich von der Musik inspirieren und schuf mit Öl auf Fotos eine denkwürdige Interpretation aus impressionistischen Formen und Farben. Ein vielfach preisgekröntes Werk, das nicht zuletzt auf den diesjährigen „Film Dance Rhythm“-Schwerpunkt verweisen soll.

Believe
UK 2009, 19 min
Regie/Drehbuch: Paul Wright | Produzent: Rhianna Andrews | Schnitt: Maya Maffioli | Kamera: Benjamin Kraun | Sound: Gunnar Ãskarsson | Musik: Hector MacInnes, Gunnar Ãskarsson | Besetzung: Michael Smiley, Kate Dickie, Paul Thomas Hickey
Das intime Porträt eines tragischen Lebensmoments, eine verzweifelte innere Reise vor der isolierten Landschaft der schottischen Highlands: Paul Wright erzählt die Geschichte eines Mannes, der mit dem Tod seiner Frau zurechtkommen muss, in aufgewühlten und verletzlichen Bildern und mit einer Intensität, die einem kalte Schauer über den Rücken laufen lässt. Für den herausragenden Film gab es in Locarno den Goldenen Leoparden.

Händelse vid bank
Schweden 2009, 10 min, 35 mm
Regie/Drehbuch/Schnitt: Ruben Östlund | Produktion: Marie Kjellson, Erik Hemmendorff | Kamera: Marius Dybwad Brandrud | Besetzung: Henrik Vikman, Lars Melin, Bahador Foladi, Ramtin Parvaneh
Ocean’s Eleven ist anders: Ein mit 96 Darstellern nachgestellter missglückter Überfall auf eine Bank, gefilmt aus einer einzigen Kameraposition und ohne Schnitt - wie mit dem unbeirrbar ruhigen und forschenden Blick einer Überwachungskamera. Ruben Östlunds witzige und genau gearbeitete Echtzeitstudie revidiert das actionreich geprägte Kinobild des coolen Räubers und gewann damit den Goldenen Bären der Berlinale Shorts 2010.

One Dance, One Song: Erè mèla mèla
Frankreich 2001, 6 min
Regie: Daniel Wiroth, Lionel Hoche
Zwei Männer in einer Wohnung, Bewegungen und Berührungen, Spiel und Abhängigkeit. Einst eine Auftragsarbeit für die sechs Filme umfassende Serie „One Dance, One Song“, entwickelte die Stop-Motion-Animation von Daniel Wiroth sehr schnell ein beträchtliches Eigenleben. Der knisternde und zärtliche Tanzfilm nach einer Choreographie von Lionel Hoche gilt als moderner Klassiker, ein inspirierendes und viel prämiertes Meisterwerk.
