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VIS Vienna Independent Shorts

das 5. internationale Kurzfilmfestival in Wien
16.-23. Mai

VIS Vienna Independent Shorts 2009

Die sechste Ausgabe von VIS Vienna Independent Shorts fand von 14. bis 20. Mai 2009 in Wien statt.

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Die sechste Ausgabe von VIS Vienna Independent Shorts wurde am 14. Mai im Wiener Gartenbaukino eröffnet. Am 20. Mai, dem Abschlusstag, fanden die Preisverleihung im Urania-Kino und die große Abschlussparty am Badeschiff statt. Dazwischen konnten mehr als 300 Kurzfilme aus aller Welt im Top Kino, MuseumsQuartier und Schikaneder und in der Reformierten Stadtkirche unter die Lupe genommen werden. Inhaltliche Akzente setzten wir mit Programmen zu den Gedenkjahren 1939 und 1989 und den zwei daraus hervorgegangenen Länderschwerpunkten Russland und den USA.

Zur Festivaleröffnung standen fünf Preisträger-Filme und Premieren auf dem Programm, darunter der vorjährige Oscar-Gewinner „Der Mozart der Taschendiebe“ des Franzosen Philippe Pollet-Villard, der zuvor noch nie in einem österreichischen Kino zu sehen gewesen war. Thomas Draschans Rotterdam- und Oberhausen-Beitrag „Freude“ feierte Östereich-Premiere, eine Uraufführung wurde mit Johanna Moders Musikvideo „Buffalo People“ für die Grazer Band The Base begangen.

Das Herzstück des Festivals war der Internationale Wettbewerb um den von einer fünfköpfigen Jury vergebenen und von der Stadt Wien mit 2.000 Euro dotierten Wiener Kurzfilmpreis. Im Rennen um den Preis – ebenso wie um den Hoanzl Audience Award – waren 44 Kurzfilme aus 20 Ländern, die aus mehr als 1.100 Einsendungen aus 54 Ländern ausgewählt worden waren und in sechs Programmblöcken gezeigt wurden. Österreich war unter anderem mit Beiträgen von Johann Lurf, Harald Hund/Paul Horn und Severin Fiala/Ulrike Putzer vertreten. Das stärkste Filmland im Internationalen Wettbewerb war Frankreich mit neun Kurzfilmen. Die drei Programmblöcke des Österreich-Panoramas stellten einen Querschnitt der aktuellen nationalen Kurzfilmproduktion vor. Sie versammelten neben den neuesten Arbeiten arrivierter Filmschaffender wie Mara Mattuschka, Hubert Sielecki und Siegfried A. Fruhauf auch ausgewählte Beiträge junger Talente aus österreichischen Filmausbildungsstätten. Im Österreich-Panorama wurde der von der Filmzeitschrift ray gestiftete ray-Publikumspreis verliehen.

Auch 2009 setzte das Festival wieder auf „lange Nächte des kurzen Films“, bei denen einen ganzen Abend lang um ein Ticket mehrere Filmprogramme zu bestimmten Themen besucht werden konnten. Im Zentrum der Animationsnacht am 16. Mai stand ein internationaler Animationsfilm-Wettbewerbsblock. Der Kurator und Filmvermittler Thomas Renoldner stellte Animationsfilme als Propagandainstrumente im Zweiten Weltkrieg vor. Das California Institute of the Arts, das den Ruf als „Hollywoods Kunstakademie“ genießt, wurde mit einem aktuellen Studenten-Programm und einem Programm bekannter Absolventen wie John Lasseter vorgestellt. In der Animationsnacht war ferner eine Retrospektive der polnischen Regisseurin Joanna Polak zu sehen, die auf Einladung von VIS am Artist-in-Residence-Programm des quartier21 im MuseumsQuartier teilnahm.

Die traditionell beliebte Experimentalnacht am 18. Mai bestand aus einem experimentellen Wettbewerbsprogramm, einer Live-Film-Performance sowie aus einem hochkarätigen Gastprogramm des Wiener Filmverleihs sixpackfilm zum Thema Gesichter im Avantgarde-Film. Die parallel zur Experimentalnacht stattfindende „Nacht der Wende“ wurde mit einem Gastprogramm des renommierten Berliner Kurzfilmfestivals interfilm mit Kurzspiel- und - dokumentarfilmen über Berlins Werdegang seit Ende des Zweiten Weltkriegs eröffnet. Anschließend untersuchte Kurator Robert Buchschwenter unter dem Titel „Frontbewegungen“ das Thema Grenze aus den Blickwinkeln unterschiedlichster Kurzfilme.

Zwei Tribute-Programme waren dem britischen Regisseur Ben Rivers und dem
österreichischen Künstlerduo Norbert Pfaffenbichler und Lotte Schreiber gewidmet. Die Filme des gefeierten Briten Ben Rivers zeichnen sich durch einen Hang zum Mysteriösen und Unheimlichen, aber auch Persönlichen und Einfühlsamen aus. Pfaffenbichler und Schreiber sind vor allem für ihren faszinierenden mathematischen Minimalismus und ihre Vorliebe für klare Formen bekannt.

Bei den sieben teils preisgekrönten Kurzfilmen im „Fokus Russland“ ging es um eine Innensicht auf gesellschaftliche und politische Vorgänge und Zustände in Russland. Ein Gastprogramm der New Yorker „Rooftop Films“, das am 19. Mai in der Reformierten Stadtkirche in der Dorotheergasse gezeigt wurde, drehte sich hingegen um das Thema Migration aus US-amerikanischer Perspektive. Auch aus Russland war ein Filmfestival in Wien zu Gast: Das St. Petersburger Museek-Festival stellte eine vielfältige Auswahl internationaler Musikvideos aus seinem Programm vor.

VIS Vienna Independent Shorts wurde 2009 zudem in die Reihe jener Festivals aufgenommen, auf denen die European Film Academy alle für den Europäischen Filmpreis 2008 (Prix UIP) nominierten Kurzfilme zeigt. Die zwei Programmblöcke mit insgesamt 14 Filmen standen für den aktuellen Stand preisverdächtiger europäischer Kurzfilm-Kunst.

Trotz einiger weiterer Spezialprogramme im umfangreichen Festivalprogramm musste dieses Jahr nicht auf zwei beliebte Fixpunkte von VIS Vienna Independent Shorts verzichtet werden: das „Liegekino“ auf Luftmatratzen, bei dem die Filme auf die Decke projiziert wurden, und das mitternächtliche Trash-Programm „Très chic“, bei denen heuer erstmals jeweils ein Publikumspreis verliehen wurde. Wer die jungen Festivalveranstalter kennen lernen wollte, hatte dazu am besten bei einem Filmbrunch am Festivalsonntag Gelegenheit, bei dem persönliche „Patenfilme“ vorgestellt wurden – und natürlich bei der täglichen Festival-Nightline mit DJ-Programm im Schikaneder.