6.6. - 10.6.2012

Internationaler Wettbewerb 6

Termin: Donnerstag, 22. Mai 2008, 21:00
Ort: Top Kino [Location-Info]

Tickets: 7 Euro (Normalpreis), 6 Euro (ermäßigt)

 

Zwischenmenschliche Beziehungen und Familie, Jugend und erste sexuelle Erfahrungen: Die Spanne reicht von Kindheits-Aufnahmen über das Erwachen der Sexualität, von der Stellung innerhalb der Familie über erste Beziehungen bis schließlich hin zum Versuch, mithilfe eines imaginären Trips nach Japan die Beziehung zu retten. Acht Filme aus sieben Ländern, deren Figuren die gemeinsame Suche nach ihrem Platz im Leben verbindet. (94 min)

 

FILMPROGRAMM

Made in Japan

Spanien 2007, 5 min, span. OmeU
Regie: Ciro Altabás | Drehbuch: Iñigo Díaz-Guardamino, Ciro Altabás | Kamera: Pedro J. Márquez | Musik: José Sánchez-Sanz | Schnitt: Emma Tusell | Produktion: Retroproducciones | mit: Ciro Altabás, Irene González Paulos, Pepe Márquez, Maribel Valencia
Ein junger Mann schafft es nicht zur Verlobungsfeier der Schwester seiner Freundin. Ein guter Grund muss her, um keinen Ärger zu bekommen. Das Resultat ist eine ausgeklügelte Geschichte, die von Spanien bis nach Japan führt. "My mother admitted that the man who I thought was my father was not my father…" In solchen Fällen bringt man am besten den Müll nach unten.

 

Myskväll (Spending The Night)

Schweden 2007, 13 min, schwed. OmeU
Regie, Drehbuch: Amanda Adolfsson | Kamera: Christian Haag | Musik: Max Linder | Schnitt: Britta Norell | Produktion: Sandra Harms | mit: Natalie Minnevik, Karin Bjurström, Bill Skarsgård, Mats Rudal
Die Eltern des Freundes sind nicht zu Hause. Das Mädchen macht sich mit dem Rad und einer DVD auf den Weg zu ihm. Mit wenigen Worten taucht man in den idyllischen und scheinbar sorglosen Kosmos der ersten großen Teenagerliebe ein. Sexualität als Spiel und Macht: Mit viel Einfühlungsvermögen inszeniert, ist der Vertrauensbruch scheinbar nur eine Frage der Zeit...

 

Life Is... Beautiful

Österreich 2007, 1 min, ohne Dialog
Regie, Drehbuch, Schnitt, Produktion: Sasha Pirker | Musik: Martin Pieper
Ein kleines Kind auf einem mit Münzen betriebenen Schaukelpferd, und die scheinbar unbedeutende Momentaufnahme einer Emotionsumkehr, die das Im-Sattel-Sitzen und das Aus-dem-Sattel-Nehmen mit sich bringen. Wo Freud und Leid so nahe beisammen liegen, fungiert das Gesicht quasi als Spiegel der Seele. Kurz und ergreifend.

 

Mit sechzehn bin ich weg (With Sixteen I'll Be Gone)

Deutschland 2007, 30 min, dt. OF
Regie: Mark Monheim | Drehbuch: Mark Monheim, Martin Rehbock | Kamera: Daniel Schönauer | Musik: Sebastian Pille | Schnitt: Stefan Roth | Produktion: Imbissfilm | mit: Lucie Hollmann, Anke Schwiekowski, Lutz Winde, Johannes Schulz, Aljosha Horvat
Die fünfzehnjährige Jenny steht nach der Trennung ihrer Eltern vor einem Neuanfang. Mit der Mutter und ihrem kleinen Bruder ist sie gerade in eine fremde Stadt gezogen, die nächste Herausforderung ist der erste Tag in der neuen Schule. Was sich bald wie ein verheißungsvoller Auftakt für ein besseres Leben anfühlt, holt Jenny aber bald brutal ein. Ein Film erschreckend nahe an der Realität.

 

Boys Don’t Like Cows

Libanon 2006, 15 min, arab. OmeU
Regie, Drehbuch: Lilit Ardroumian | Kamera: Ali Zaraket | Schnitt: Rayane Smayra, Lilit Ardroumian | Produktion: Reine Razzouk | mit: Pascale Abou Jamra, Loucine Ardroumian
In sechs Kapitel gegliedert, zeigt der Film einige der wichtigsten Stationen im Erwachsenwerden der jungen Eve: von der ersten Periode über den ersten Frauenarztbesuch bis zum ersten Date. Der humorvolle Abschlussfilm wurde aufgrund der "provokanten Aussagen zum sexuellen Erwachen junger Mädchen" viel diskutiert und durfte im Libanon nicht öffentlich vorgeführt werden.

 

Pomidory (The Tomatoes)

Polen 2007, 4 min, ohne Dialog
Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produktion, mit: Aneta Ptak
Die Kamera zeigt Frauenhände, die Tomaten schälen und schneiden – sehr detailliert, fast schon zu nahe. Das manchmal zarte, manchmal harte, auf jeden Fall aber stets laszive Gebärden der Hände irritiert beim Betrachten dieses alltäglichen Vorgangs und macht ihn schon fast zu einer erotischen Handlung. "Und dann schält sie – die Tomate..."

 

Not My Dog

Österreich 2007, 5 min, ohne Dialog
Regie: Johanna Moder | Drehbuch:
Johanna Moder, Karin Hammer, Jürgen Gerger, Heike Barnard | Kamera: Caroline Heider | Musik: The Base | Schnitt: Karin Hammer | Produktion: Carina Klöpfel | mit: Jakob Banigan, Trixi Brunschko, Esther Sternad, Mira Miljkovic, Rosi Degen
Eine Schwimmerin im Rinnstein verwirrt einen jungen Mann so, dass dieser gleich darauf selbst mit dem Goldfisch in der Hand baden geht - und sich plötzlich von gezeichneten Fischen sowie Zahnpasta-lächelnden und badebehaubten Wassernixen verfolgt sieht. Ein Musikvideo zum Song des Grazer Trios The Base, das voller Fantasie von einer Ebene in die nächste plantscht und einen einfach nur mit einem Lächeln zurücklässt.

 

Miraslava

Kanada 2007, 7 min, engl. OF
Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produktion: Roberto Santaguida | mit: Erin Peach, Jen Coal, Sabrina Hole
Eigentlich hätte es ein Film über Miraslava werden sollen, doch das Leben des jungen Erzählers liegt gerade in Scherben vor ihm. Seine Mutter habe ihm gesagt, berichtet er, dass sie von allen seinen Geschwistern bei ihm am glücklichsten gewesen sei, als er ausgezogen sei. Nachdenklich präsentiert sich dieser zarte, experimentell angehauchte Essayfilm, der ein wenig an den großen Robert Frank erinnert.

 

Severing the Soul

USA 2008, 18 min, engl. OF
Regie, Schnitt, Produktion: Barbara Klutinis
Um den politischen Glanz des Kennedy-Clans nicht zu beschmutzen, wurde die lernschwache Rosemary, Schwester von John F., einst einer Lobotomie unterzogen. Diese Operation, bei der Nervenbahnen im Gehirn durchtrennt werden, hinterließ schließlich eine 23-jährige Frau, die nur noch brabbeln konnte. Barbara Klutinis hat Archivbilder mit Footage-Material der neurochirurgischen Bewegung der 1930er bis 60er Jahre verwoben und eine berührende und hochpolitische Doku geschaffen. Gänsehaut-Faktor!