
59 Seconds Festival
Termin: Montag 22.5.2006, 23:30
Ort: Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien
Über das 59 Seconds Festival

Im Frühjahr 2005 in Tribeca (USA) ins Leben gerufen, präsentiert das 59 Seconds Festival eine vielfältige Auswahl an 59 Videos und Animationsfilmen von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt – jeweils mit einer Dauer von 59 Sekunden.
Das 59 Seconds Festival ist sowohl ein Entscheidungsspiel als auch eine Metapher für das Kurz-Video-Format. Das eingeschränkte Zeitfenster bietet die Möglichkeit 59 internationale Filmschaffende und eine große Auswahl an Videoarbeiten vorzustellen: Mini-Dokumentationen, Politsatiren, Narratives, Experimentelles, Scharfkantiges, Kontroversielles – einschließlich einer unvergleichlichen Ansammlung von Videos, die mit der Zahl 59 arbeitet. Das 59 Seconds Festival ist ein filmischer Ansturm verschiedenster Techniken, Ideen und Visionen innerhalb einer relativen kurzen Zeit.
“Maximum entertainment in minimum time”
San Francisco Bay Guardian, 12/7/05
Das 59 Seconds Festival entwickelt derzeit ein Netzwerk der teilnehmenden Filmschaffenden, während international möglichst breite Publikumsschichten in den Genuss einer einzigartige Sammlung an Werken kommen.
Das 59 Seconds Festival erprobt die weltweit wachsende zeitgenössische Videokunst-Szene. Feedback des Publikums ist ein wichtiger Bestandteil im Entwicklungsprozess bis zur endgültigen Auswahl.
Nach dem Ende der ersten Tour im Dezember 2005 im 911 Media Art Center in Seattle, ATA in San Francisco, EZTV in Los Angeles und dem Media Art Center in San Diego fanden Vorführungen des 59 Seconds Festivals beim Plugged in Fest III im Center for Contemporary Art in Rockport (Maine), und an der Duke University in Durham (NC) statt. Außerhalb der USA wurde das 59 Seconds Festival bisher bei Videominuto (Italien) and der Contemporary Art Exhibition Transformation in Bischkek (Kirgistan) vorgestellt. Nun ist Wien an der Reihe.
Eine Auswahl von 59 Videos, jedes 59 Sekunden kurz, von 59 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, rund um den Globus 59 Mal gezeigt – das ist das endgültige Ziel des 59 Seconds Festival.
Filmprogramm
1. 2006 Irina Danilova / Project 59 (USA) 2006, 59”
Einfach zusehen, wenn der Wunsch in Erfüllung geht.
2. Run Hervé Constant (UK) 2005, 59”
Immer in Eile, aus welchem Grund auch immer. Sehr oft aus gar keinem. Immer sehr beschäftigt wirken. Sind wir verloren?
3. 59 languages Petri Ala-Maunus (Finnland) 2005, 59”
59 Sprachen in 59 Sekunden.
4. The stuntmen Carine Doerflinger (Deutschland) 2004, 59”
Ein Vorfall in Paris.
5. Blind SpotsJenny Vogel (USA) 2005, 59”
Die Nahaufnahme eines Auges mit der Spiegelung eines Fernseher, der kontinuierlich die Kanäle wechselt. Die Spiegelung des Fernsehers ersetzt die Pupille, wenn das Auge die Bilder abtastet.
6. Me to tango Lucia Warck Meister (Argentinien/USA) 2005, 59”
Das Spiegelbild einer Frau, die vor einem Fenster tanzt, beschreibt ihre Einsamkeit.
7. Vienna in the desert Wago Kreider (USA) 59”
8. PirtsFranz Wanner (Deutschland) 2000, 59”
Erscheinung in sommerlichen Feldern, eine Hommage.
9. If you don’t call me back…Alain K (Frankreich) 2004, 59” Kamera: Sophie Pigeron
“Jede Trennung, die mit unserem emotionalen Leben zusammenhängt, führt uns zurück zu Trennungen, die wir in unserer frühen Kindheit erlebt hatten, beginnend mit der Trennung von der Mutterbrust.” Necessary Renunciations von Judith Viorst
10. VibratoJessie Stead (USA) 2005
Dieses allegorische narrative Video zeigt, wie man zu Hause Confetti in Massenproduktion herstellen kann.
11. A Little Meditation Myriam Thyes (Deutschland), 2002
Die Animation des Yin-und-Yang-Symbols zeigt verspielt: Polaritäten und Gegensätze vervollständigen und beeinflussen einander - das Gleichgewicht beider Teile ist nur ein Augenblick im Wechsel des Wachsens und Verschwindens.
12. Gas Em'Ianthe Jackson (USA) 2005, 59”
Auschnitte animierten bemalten Papiers erforschen die Knotenpunkte heutiger sozialer Konstrukte und sind bestrebt soziale Grenzen zu überwinden.
13. Rituali urbani Massimo Lovisco (Italien) 2005, 59”
Gesang von Milan-Fans - inspiriert vom Asphalt-Fußballfeld, auf das jemand 59 Potenza Calcio schrieb.
14. hey, sweetheart Craig Downing (USA) 2005, 59”
Zwei Menschen [Tim Brown und Ryan Davis] rebellieren gegen die Wünsche ihrer Eltern. Unter Buchklub katalogisieren.
15. LIXDubi Kaufmann (USA) 2005, 59”
LIX bedeutet 59 in römischen Zahlenzeichen und alles begann damit...
16. bah bahAre Hauffen (Norwegen) 2005, 59”
Viele Schafe und ein Schaf.
17. Bee Petting David Lachman (USA) 2005, 59”
Bee Petting erforscht die Kindheitserfahrung des Bienenstreichelns...
18.RainstormAkiko Takada und Masako Takada (UK) 2004, 59”
Ein urbaner Ort im Regen wird zum Regensturm. Ein tragisches Gefühl von Narration in der verschwindenden Stadt. Die Szene endet in einem fiktionalen, kleinen, gläsernen Ort.
19. Fly Gruppo Sinestetico (= Matteo Albertin, Antonio Sassu) (Italien)
20. Reception Alana Kakoyiannis (USA) 2005, 59”
Handy-Klingeltöne dienen als Fenster zu den Identitäten der Menschen, auf die Alana Kakoyiannis in Marrakesch traf.
21. Pulp Circle 359° 59’ 59”John P. Maruszczak (USA) 2005, 59”
Die Stadt in 359 Grad, 59 Minuten und 59 Sekunden.
22. Amnezac Fulana (= Cristina Ibarra, Marlène Ramírez-Cancio, Lisandra Ramos-Grullón und Andrea Thome) (USA) 2005, 59”
Hemmen Sie ihr historisches Gedächtnis and fragen Sie Ihren Arzt nach Amnezac, dem stärksten Anti-Historiamin auf dem Markt.
23. Anche le parole uccidono Gruppo Sinestetico (= Matteo Albertin, Antonio Sassu, Gianluca Scordo) (Italien) 59”
24. Dream House Michele Beck (USA) und Jorge Calvo (Costa Rica) 2001/2005, 59”
Bearbeitetes Bild- und Tonmaterial wird verwendet, um einen Konflikt von Erinnerung und Entschädigung zu schaffen, mittels Zerstörung von Vergangenheit und Gegenwart.
25. Order Sara Rajaei und Hadas Itzkovitch (Iran/Niederlande/Israel) 2005, 59”
Arrangement oder Disposition, Relation und Rhythmus.
26. rock paper scissors Valerie Opielski (USA) 2005, 59”
Eine frakturierte, viszerale Studie zu Textur, Stimmung und Schatten.
27. 59 Buddhas Alexandra Dementieva (Belgien) 2005
28. 59 names in 59 secondsHoria Cadariu (Rumänien) 2005, 59”
59 Namen, die meisten davon erfunden, basierend auf der rumänischen Sprache und ihren multiethnischen Einflüssen, laufen über die Leinwand, während sie von Horia Cadariu gelesen werden.
29. I Love YouSzacsva y Pál (Ungarn) 59”
Über die Liebe zu jemandem.
30. AscensionMyriam Thyes, 2004, 59”
Der Glaslift des Luxushotels Marriott Marquis in New York bringt einen in den "Himmel"... Wir werden dazu erzogen, nach höheren Dingen zu streben – Erfolg, Gesundheit, Ruhm, und/oder spiritueller Erleuchtung.
31. The Gods Yan Chung-Hsien (Taiwan) 2005, 59”
Die Götter spielen am Spielplatz. Die Götter spielen auf einer hintergründigen Ebene. Die Götter sind Gewebe. Die Götter sind anonym. Die Götter sind auf amüsante Weise mächtig. Die Götter sind orientalisch. Die Götter sind sentimental.
32. 16 StonesRadim Labuda (Tschechien) 2005, 59”
Text von Deleuze und Guattari aus Anti-Oedipus, erzählt von Martin C. Schmidt.
33. Transit Franz Wassermann (Österreich) 2001, 59”
Ein Video im Zwischenraum.
34. 59 Segundos | da imitação da vida Sofia Bustorff (Portugal) 2005, 59”
Eine Erinnerung an die Nacht in Erwartung des Sonnenaufgangs.
35. Chasing 59 Irina Danilova / Project 59 (USA) 2006
Es gibt viele 59er rundherum. Finde sie.
36. cart-ographyLora Alaniz (USA) 2005, 59”
Ein Echtzeit-Video, das die alltägliche Existenz des Rades eines Einkaufswagens dokumentiert.
37. Go!Cinzia Cremona (UK) 2005, 59”
Ein neugieriger Blick auf eine Frau, die zu Hause sich selbst überlassen ist, und auf Frauen, die in ihrem Alltag bestehen, nachklingend in den Augen eines jungen Mädchens, das an der Schwelle zum Frau-Sein steht.
38. Vrnitev: Sorisos Di Topolo (Smiles of Topolo) Katherine Liberovskaya (Kanada) 59”
Basierend auf einer Video-Audio-Installation mit vielen der 40 Einwohner, die im Dorf an der slowenisch-italienischen Grenze leben.
39. German ProjectIrina Danilova / Project 59 (USA) 2006, 59”
Ein Vorschlag um die deutsche Sprache zu vervollkommnen.
40. Self PortraitYu-Chen Chiu (USA) 2005, 59”
Ein experimentelles Video über die Selbstentdeckung in einem Spiegelbild.
41. Still Life: Lulla-byeRev C. Hite (USA) Soundtrack von Rev C. Hite und Reiku Hiteruo
Surreale Szenen explosiver Lichtquellen, Spielzeuge, Geschirr, Medikamente und dahinschwindender Einrichtungen... während ein Baby heult und einfallslose Mutter nicht ganz bei der Sache von ihrer einzigen Unterstützung singt: "teat’a pie".
42. Run From ItNorm Scott (USA) 2005, 59”
All die Freuden und Leiden des Erwachsenwerdens, destilliert zu einer 59-Sekunden-Spritztour eine abschüssige Kuhweide in Southwest Virginia hinab.
43. CollaborationIrina Danilova / Project 59 (USA) 2006, 59”
Jedes Video, das uns gelang vom 2nd One Second Video Festival downzuloaden.
44. 59 in Time Antonio Della Marina (Italien), 59”
59 Teile farbiger Zeit. Wird aus dem Blau etwas entstehen?
45. Perfect FamilyIrina Danilova / Project 59 (USA) 2005, 59” mit Sarah, Rosa und Yelena Lidsky, Ignat Ayzenberg und Hund Laila.
Jede Familie hat unvergessliche Momente... Manchmal muss man zu frühstücken aufhören, um eine einzufangen.
46. 59 PelletsDavid Lachman (USA) 59”
Ein kurzes Video über Zami, eine Katze mit ausgeprägtem Fresswillen. Sie liebt ihr Trockenfutter und wird sich davon nicht sehr lange ablenken lassen.
47. The TwinsCarine Doerflinger (Deutschland) 2002, 59” Ton: Carine Doerflinger
Zwei Mäuse laufen einander hinterher und versuchen sich zu fangen.
48. Perfect Family IIIrina Danilova / Project 59, Konzept: Yelena Lidsky (USA) 2006, 59”
Kinder zählen.
49. The BourgeoisCarine Doerflinger (Deutschland) 2004, 59”
Die Schweine sind wie das Bürgertum, oder?
50. Streetymades- ParisAndrew Eyman (USA) 2004, 59”
Fotografien, aufgenommen in den Straßen von Paris als eine Art recycletes Tribute an Marcel Duchamp mit Begleitung durch Edith Piaf.
51. ChakraBrooks Williams (USA) 2005, 59”
52. Twenty-SixRandall Wakerlin (USA) 59”
Ein Selbstporträt jeden Tag über den Zeitraum eines Jahres.
53. FreezeAkiko Takada und Masako Takada (UK) 2004, 59”
Kunststoffverpackungen werden in ein Stadtbild verwandelt. Stück für Stück legt sich der Frost darüber. Die Szene fängt den Moment der natürlichen Transformation ein.
54. Colorant Josephine LiPuma (USA) 2005, 59”
Mittels Bildbearbeitung, Farbgebung, visueller Effekte, Ton und raschem Schnitt von Public-Domain-Footage werden die Zuschauer zu ihrer inneren Stimme geführt, um sich mit ihrer Befangenheit auseinanderzusetzen.
55. 59 Bad Words Andrew Eyman (USA) 2005, 59”
56. Hitler, the First SuperstarDarya Zhuk (Weißrussland) 2004, 59”
Eine Studie in der Dekonstruktion einer bekannten Sequenz aus Leni Refienstahls Triumph des Willens. Hitlers Rede in Nürnberg ist so geschnitten, dass sie ihn sprachlos am Podium zurücklässt.
57. BreathFranz Wassermann (Österreich) 2003, 59''
Ein Video mit meinem Vater in der Stunde seines Todes.
58. Both EndsDavid Lachman (USA) 2005, 59”
Eine Meditation darüber, die Kerze an beiden Enden anzuzünden. Können wir uns die Zeit nehmen, nur um den Rauch zu genießen? Spannende Strukturen entstehen in den Luftwirbeln und Rauchfähnchen, etwa die Zahl 59.
59. The End Andrew Eyman (USA) 2000, 59”
Video-Montage aus den Schlussszenen von Filmen, die in der goldenen Hollywood-Zeit der 1950er Jahre entstanden.
Über Project 59
Das 59 Seconds Festival ist Teil des Project 59, eines auf zehn Jahre angelegten Projekts unter der Leitung von Irina Danilova. Die Zahl 59 dient als Richtschnur und Werkzeug, das genug Wahllosigkeit in den kreativen Prozess einbringt – als Hilfe zur Freiwerdung von subjektiven und kulturellen Zwängen und als zwanglose Berechtigung in jedweden Bereich zwecks künstlerischen Erkundung einzudringen.
Seit 2003 arbeitet Irina Danilova mit Hiram Levy zusammen. Das 59 Seconds Festival wurde gegründet und wird betrieben von Irina Danilova und Hiram Levy.
Über Irina Danilova
Die Visual-Arts- und Performance-Künstlerin wurde in der Ukraine geboren und wuchs dort auf. Dann lebte und arbeitete sie in Moskau, heute ist sie in New York zu Hause.
Ihre Installationen wurden im Islip Art Museum (Islip, NY) und weiteren Ausstellungsorten in den USA, Deutschland, Bulgarien, Island, Russland und der Ukraine gezeigt.
Als Performancekünstlerin trat sie unter anderem bei den internationalen Festivals von Cleveland und Santiago in Erscheinung.
Irina Danilova gewann einen internationalen Kunstwettbewerb in Halle, Deutschland, und erhielt vom Bronx Consul for the Arts den BRIO Award.
In Österreich war sie bereits bei der Ars Electronica in Linz und bei VIS Vienna Independent Shorts 2005 mit eigenen Arbeiten vertreten.
Zur Zeit unterrichtet Irina Danilova am Kingsborough College.
www.irinadanilova.net
